Mitte März brachte die mit der Corona-Pandemie verbundene allgemeine Kontaktsperre große Veränderungen für die HAWK mit sich – von einem Tag auf den anderen: Fast alle bisherigen Arbeitsprozesse wurden ins Home-Office verlagert, die Lehre wurde auf online umgestellt. „Wir haben unter diesen erschwerten Bedingungen gemeinsam und schnell komplett umgesteuert“, sagt Prof. Dr. Thomas Nern, Vizepräsident für Studium und Lehre, „alle haben mit angepackt.“ Vizepräsident Nern und Dr. Markus Kieselhorst, Leiter der Stabstelle Organisationsentwicklung, werfen einen Blick auf die vergangenen Monate.
Es ist zu schön, um nicht gesehen zu werden. Aber auch zu wertvoll, um es öffentlich auszustellen: Das Dommuseum hat ein Drachenaquamanile für 1,3 Millionen Euro ersteigert. Um das mittelalterliche Bronzegefäß, das nicht mit bloßen Händen berührt werden darf, ausstellen zu können, fertigte Jonas Fey, Student an der Fakultät Gestaltung der HAWK in Hildesheim, eine Replik an. In seiner Bachelorthesis untersuchte er, wie im Fall einer Kopie mit den Schäden am Original umzugehen ist und inwieweit es darüber hinaus Sinn ergibt, weitere Duplikate zu anderen Zwecken zu erstellen.
„Es ist ein Trugschluss davon auszugehen, dass heute jedes Kind ein Smartphone oder einen Rechner besitzt – insbesondere in Brennpunktschulen ist die digitale Ausstattung der Schülerinnen und Schüler extrem unterschiedlich“, sagt Prof. Dr. Maria Busche-Baumann, Expertin für Schulsozialarbeit an der Hildesheimer HAWK-Fakultät Soziale Arbeit und Gesundheit. Ihre Forderung ist: „Insbesondere in Zeiten der Corona-Pandemie, in der die Schülerinnen und Schüler immer noch meist zu Hause bleiben müssen, ist die Aufgabe von Schulsozialarbeit im Blick zu haben, dass auch digitale Armut Realität ist."
Das HAWK-Projekt „Plasmatechnologien aus Südniedersachsen – Impulse für ein gesundes Leben“, kurz „Plasma for Life“, wird mit 4,7 Millionen Euro für weitere vier Jahre vom Bundesforschungsministerium gefördert. Zusätzlich rund 1,9 Millionen Euro haben das Niedersächsische Wissenschaftsministerium (MWK), Unternehmen aus Südniedersachsen, die Göttinger Wirtschaftsförderung und der Förderverein der Göttinger HAWK-Fakultät Ingenieurwissenschaften und Gesundheit verbindlich zugesichert.
„Der Eichenprozessionsspinner, kurz EPS, ist seit letztem Jahr ein konkretes Forschungsthema an der HAWK, zuvor war er nur Thema in Vorlesungen, aber dann gab es einen Hilferuf aus der Praxis“, erzählt Prof. Dr. Wolfgang Rohe von der Fakultät Ressourcenmanagement in Göttingen. Seitdem hält die Fakultät die Tiere im ersten und zweiten Raupenstadium in einem Labor am Büsgenweg in Göttingen und konnte überraschende neue Erkenntnisse gewinnen, die in einer Fachpublikation im Mai veröffentlicht werden.
Der 2006 erstmals ausgelobte BKV-Preis für Junges Kunsthandwerk fand in diesem Jahr zum vierzehnten Mal statt. Aus insgesamt 102 Einreichungen, die aus 24 Ländern eingingen, ermittelte die Jury drei Preisträgerinnen und zwei Belobigungen. Eine davon erhält die Masterstudentin Dagmar Christina Gerke von der Fakultät Gestaltung der HAWK in Hildesheim für ihre Glasobjekte, die gleichermaßen als Accessoire, Schmuck oder Skulptur dienen können.
Von dem Eichenprozessionsspinner gehen nicht nur forstwirtschaftliche Schäden aus, so Rohe. „Er hat auch gesundheitliche Auswirkungen, die sehr gefährlich sind, das geht von stark juckendem Hautausschlag bis hin zu temporären Erblindungen und allergischen Überreaktionen wie einem anaphylaktischen Schock“.
In diesem Jahr befürchtet Prof. Dr. Wolfgang Rohe, dass die Sorgen um die Corona-Virus-Pandemie die frühzeitigen Bekämpfungsmaßnahmen verdrängen und die jüngeren zwei Raupenstadien verpasst werden, in dem der Eichenprozessionsspinner noch nicht die gefährlichen Brennhaare entwickelt hat.