Call for Papers für die Veranstaltung läuft noch bis Ende September

Erscheinungsdatum: 13.09.2019

Restaurierungsfachkräfte, Denkmalpflegende, Architektinnen und Architekten sowie Kunstschaffende werden sich vom 20. bis 23. November im tschechischen Litomyšl treffen, um den thematischen, materiellen und technischen Wandel von Sgrafitto-Wanddekorationen vom Mittelalter bis ins späte 20. Jahrhundert zu diskutieren. Wissenschaftliche Papers zur Veranstaltung lassen sich noch bis Ende September einreichen. Die Fakultät für Restaurierung der Universität Pardubice laden in Zusammenarbeit mit dem Hornemann Institut der HAWK und der Palacký-Universität Olmütz nach Tschechien ein.

Die Tagung mit dem Titel "Sgraffito in Change" schließt direkt an die erste Hildesheimer Sgrafitto-Tagung an. Im November 2017 veranstalteten das Hornemann Institut und die Fakultät Bauen und Erhalten der HAWK in Kooperation mit dem Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege erstmalig eine internationale Sgraffito-Tagung mit dem Titel „Sgraffito im Wandel. Materialien, Techniken, Themen und Erhaltung“. 125 Sgraffiti-Interessierte aus elf Ländern waren gekommen, um das Thema von allen Seiten zu diskutieren.

 

Das damalige Tagungsziel war es, die wissenschaftlichen Erkenntnisse zu der kulturpolitischen Bedeutung und den Erhaltungsstrategien von Sgraffito-Dekorationen über die nationalen Grenzen hinweg voranzutreiben. Dieser neue europäische Ansatz war sehr wichtig, da Übermalungen, Wärmedämmung und Geringschätzung die in Fassadenputz gekratzten, oftmals großformatigen Bilder heute stark bedrohen. Am effektivsten lässt sich das Verschwinden dieser historischen Wandverzierungen jedoch gemeinsam abwenden. Bei der Tagung in Hildesheim tauschten die Expertinnen und Experten vor allem konkrete Lösungsansätze für gefährdete Beispiele aus. Sie sammelten dabei auch Argumente für die kulturhistorische Bedeutung der Werke und damit ihre langfristige Bewahrung. Kurz nach der Tagung erschien ein Tagungsbericht.

Die Vorträge der Tagung sind unter folgendem Titel bereits publiziert:

Sgraffito im Wandel | Sgraffito In Change
Materialien, Techniken, Themen und Erhaltung | Materials, Techniques, Topics, and Preservation. Proceedings of the international conference of the HAWK University of Applied Sciences and Arts in cooperation with the Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, ed. by Angela Weyer and Kerstin Klein, Petersberg 2019


Die Sgraffito-Tagung in Litomyšl

Die Gefahr ist natürlich mit einer Tagung nicht abgewendet. Zum Fortbestand des europäischen Austausches versuchte Dr. Angela Weyer, die Leiterin des Hornemann Instituts, von Anfang an, die Tagung an der HAWK in Hildesheim zur Auftaktveranstaltung einer in Europa rotierenden Konferenzreihe zu machen. Das glückte. Vom 20. bis zum 23. November werden sich daher die Expertinnen und Experten in Litomyšl treffen.

Der mehrdeutige Tagungstitel "Sgraffito in Change" präsentiert die Veranstaltung deutlich als Teil einer Reihe: Der Titel passt auch gut, denn zum einen geht es erneut um die Analyse des thematischen, materiellen und technischen Wandels vom Mittelalter bis ins späte 20. Jahrhundert. Zum anderen gibt es den Wandel im Bestand der erhaltenen Sgraffito-Dekorationen durch spätere Erhaltungsmaßnahmen. Dieser zweite Wandel wird im Fokus der nächsten Konferenz stehen, deren Untertitel dementsprechend heißt: "Original Realization versus Secondary Interventions". Denn seit der Fertigstellung der ursprünglichen Dekoration haben eine Reihe von Korrektur-, Konservierungs- oder Restaurierungsmaßnahmen stattgefunden. Einige Fassaden haben ihren Sgraffito-Charakter völlig verloren und den Charakter von Gemälden oder gar Reliefs erhalten. Es wird um die Fragen gehen, was in solchen Fällen vom authentischen Sgraffito übrig bleibt und wie Menschen die Authentizität der Sgraffiti wahrnehmen.

Die HAWK wird vertreten sein durch zwei Mitglieder des Vorbereitungskreises der Hildesheimer-Sgraffito-Tagung: Dipl.-Rest. (FH) Anneli Ellesat-Brümmer M.A. sowie Dr. Angela Weyer M.A., die als Tagungsstart eine Bilanz der Hildesheimer-Tagung ziehen werden. 

Call für Papers und weitere Infos

Der Call für Papers läuft noch bis Ende September. Informationen zum Call und praktische Infos zur Tagung stehen auf der Website des Hornemann-Instituts (siehe weitere Informationen).

Kontakt

Profilbild Anneli Ellesat
Restaurierungswerkstatt Steinobjekte und Architekturoberfläche
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