HAWK-Studierende untersuchen mittelalterliche Wandmalereien in Bad Doberan
Bereits im Sommer 2024 begutachtete die HAWK-Studentin Anna Junker im Rahmen ihrer Bachelorarbeit dunkle Auflagen im Kontext der chemischen Gipskrustenreduzierung am mittelalterlichen Fries der Westfassade des Bad Doberaner Münsters. Anfang Februar 2026 untersuchten daran anknüpfend 13 Studierende des Bachelorstudiengangs Konservierung und Restaurierung aus der Vertiefung Steinobjekte und Architekturoberfläche die Wandmalereien am Grabgelege des Oktogons, im Chorumgang sowie im Beinhaus des Münsters.
Die Teams erfassten systematisch Bestand und Zustand der Malereien und dokumentierten die Befunde fotografisch. Rosalie Trentzsch, Sophie Tappe, Sarah Naumann und Chiara Stuchlik waren für den Chorumgang verantwortlich, Carla Jungfleisch, Charlie Rohlfs, Meilinn Sophie Flüh und Vivien Thamm untersuchten das Grabgelege und Laetitia Wimmer, Vivian Wißmann, Louis Rist, Julia Martin und Miriam Eggers waren am Beinhaus im Einsatz. Zur material- und technikgeschichtlichen Einordnung kamen Untersuchungen im sichtbaren Licht (VIS), unter UV-Anregung sowie im Infrarotspektrum zum Einsatz. Trotz winterlicher Temperaturen erstellten sie 2 Wochen lang Detailaufnahmen mit Kopflupen und Handlampen.
Die Teams stellten unter anderem gelöste Fassungsschollen, Risse in der Malschicht und Putzträger sowie ausgeprägte Salzphänomene in Form von Ausblühungen und Krusten fest. Begleitend führten die Studierenden Klimamessungen sowie zerstörungsfreie kapazitive und mikrowellenbasierte Feuchtigkeitsmessungen durch, um den Feuchtehaushalt im Kirchenraum und Beinhaus zu bewerten und Ursachen der Schäden einzugrenzen. Erste Notsicherungen stabilisierten fragile Malschichtbereiche.
Prof. Dr. Barbara Beckett und Dipl.-Rest. M.A. Anneli Ellesat-Brümmer von der Vertiefung Steinobjekte und Architekturoberfläche haben das Projekt betreut. In Kooperation mit Prof. Dr. Dipl.-Phys. Constanze Messal, die den Bereich Mikrobiologie in der Restaurierung an der HAWK betreut, erfolgten zerstörungsfreie Feuchtigkeitsmessungen mit einer Mikrowellensonde sowie Untersuchungen zu möglichem mikrobiellem Wachstum. Auf Basis der Ergebnisse erarbeiten die Studierenden derzeit ein Maßnahmenkonzept, dessen Umsetzung für den Sommer vorgesehen ist.
Unterstützt haben die Studierenden die Münsterverwaltung der Evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde sowie zahlreiche Helfende vor Ort. Zudem versorgte die Suppenküche der Münstergemeinde das Team während der kalten Arbeitstage mit warmen Mahlzeiten. Kirchliche und staatliche Denkmalbehörden begleiten das Projekt fachlich. Die Finanzierung erfolgt durch den Denkmalfonds der Nordkirche.
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