Zukunftstag an der HAWK stellt geschlechteruntypische Berufswahlen vor

Erscheinungsdatum: 29.04.2026

Der Zukunftstag für Schulkinder und Jugendliche ist ein besonderer Tag zur Studien- und Berufsorientierung. Viele gehen davon aus, dass vermeintliche „Frauenberufe“ oder „Männerberufe“ am besten zu ihren Fähigkeiten passen. Häufig wählen sie aus einer eingeschränkten Palette der Berufsfelder. Der Zukunftstag zeigt ihnen, dass viel mehr möglich sein kann, erläutert das HAWK-Gleichstellungsbüro, das den Tag an der Hochschule organisiert. 

Mehr als 236 Kinder und Jugendliche nutzten an den 3 Standorten Hildesheim, Holzminden und Göttingen die Chance, einmal Arbeitsfelder kennenzulernen, in denen in der Regel aktuell der Frauen-, beziehungsweise Männeranteil geringer ist.

Göttingen

Holzminden

Hildesheim

„Ein Nagel wiegt 16 Gramm“, sagt Hans-Jürgen Lamb, Professor für Dreidimensionale Gestaltungslehre an der Fakultät Gestaltung in Hildesheim. Nach und nach legen die Schüler immer mehr Nägel auf ihre selbstgebaute Brücke. Jonathan Schirmer vom Scharnhorstgymnasium, Louis Einfalt und Julian Meyer haben eine besondere Brücke aus Erbsen und Zahnstochern gebaut, sie hat einen Stützpfeiler dessen Tragwerk sich nach unten verjüngt. Nicht nur ihr Design überzeugt die Gruppe an 15 Schülern, sondern auch die Traglast. Bei 6 Nägeln trägt sie 96 Gramm – Höchstleistung, und gewinnt gegen die anderen zwei Konstruktionen. Julian Meyer geht auf das Matthias-Claudius-Gymnasium Gehrden, der 14-jährige fand es sehr kompliziert, aus Erbsen und Zahnstochern eine gerade Brücke zu bauen. Sein Mitkonstrukteur Louis Einfalt geht auf das Goethegymnasium Hildesheim, der 15-jährige wollte an diesem Tag unbedingt etwas Kreatives machen, da er gut zeichnen kann. „Erfinden und Gestalten macht Spaß“, sagt Hans-Jürgen Lamb und hofft, dass die Jungen den Tag an der HAWK in guter Erinnerung für die eigene Berufswahl später behalten. 

Zeitgleich schreibt Malia Stehr (12) vom Kurt-Schwitters Gymnasium Misburg einen Popsong mit KI bis zur Vertonung. Vincent Timm, Leiter des Interaction Design Lab, hat die Rechner heute für die 10 Schülerinnen gebucht. Amelia Henze würde gerne einmal die Perspektive einer Katze für ihre Songidee einnehmen, die 11-jährige geht auf die IGS Bad Salzdetfurth. Leider hat sie keine eigene Katze. Liv Geile (11) und Eva Fiebach (11) kommen beide vom Christian von Dohm Gymnasium Goslar, sie steuern die KI mit Prompts wie „Popsong“ und „80er Jahre-Stil“ an. Nora Kerknawi baut derweilen in der Holzwerkstatt der Hochschule ein Vogelhaus für den Garten ihrer Großeltern. Sie geht auf das Hoffmann von Fallersleben Gymnasium – Braunschweig. Fachmännisch begleitet sie dabei Sebastian Jost im Labor für Holztechnik. 

Im Lichtlabor der Hochschule zeigen John Lutz und Studentin Mareile Lüth den Schülerinnen am Zukunftstag, wie sich Licht professionell einsetzen lässt. Gestartet sind sie mit Teelichtern in der Dunkelheit, um Licht in seiner besonderen Wirkung genauer zu analysieren. Danach geht es an 4 Stationen, um experimentell Farben von Scheinwerfern zu mischen, Reflexionen aus dem Zusammenspiel zwischen Licht und Objekt zu gestalten oder eine Form sowie ein Objekt durch Lichtwinkel in der Schattendarstellung zu verändern. „Das ist ein perfektes Rembrandt Dreieck“, lobt John Lutz die Schülerinnen Alessandra Muhl vom Gymnasium Himmelstühr und Emilie Hüter vom Scharnhorstgymnasium und meint damit, das beliebte Beleuchtungsdreieck in der Fotografie, das sie durch die Scheinwerfer auf ihr Modell projiziert haben. Emilie Hüter möchte an diesem Tag ein paar Tipps für ihre Zimmerbeleuchtung mitnehmen.

Im International Office geht es für die Jungen am Zukunftstag wieder auf „Weltreise“. Mischa Pohovielov hat sich als Land Polen ausgesucht, Bjarne Spitzner malt gerade die Fahne von Neuseeland ab, während Felix Dittmann vom Gymnasium Himmelsthür mit seinem großen Wissen über Japan beim Fragebogen von den HAWK-Mitarbeiterinnen Svenja Tegel und Karen Büttner punktet.

Sara Jorgii studiert Soziale Arbeit in Hildesheim, sie möchte nach ihrem Studium gerne Workshops mit Jugendlichen leiten: „Es macht Spaß, ihre Perspektiven kennenzulernen und mit ihnen zu arbeiten“, sagt sie. Heute unterstützt sie Kommilitone Dennis Karbe – beide leiten das Angebot „Stärkenlabor“.

„Ich möchte einen Beruf, der zu mir passt und der nicht langweilig ist“, sagt Schülerin Alessia Mendise und da können sicherlich alle anderen 235 Gäste an der HAWK nur zustimmen.