Highlights der Abschlussarbeiten der Werkschau im Sommersemester 2026

Erscheinungsdatum: 30.07.2026

Vom 31. Juli bis 2. August 2026 zeigt die Fakultät Gestaltung der HAWK am Standort Hildesheim Abschlussarbeiten aus den Studiengängen Bachelor und Master of Arts Gestaltung. Als Ausstellungsfläche dienen alle fünf Gebäude am Campus Weinberg. Rund 100 Absolventinnen und Absolventen stellen aus - hier werden ausgewählte Highlights vorgestellt. Alle Abschlussarbeiten sind online zu sehen auf https://projekte.g.hawk.de 

Regionaler Knotenpunkt: Revitalisierung der ehemaligen Zuckerfabrik

Von Emma Bormann-Gesterling

Jeder Ort erzählt eine Geschichte. Der Regionale Knotenpunkt führt die Geschichte der ehemaligen Zuckerfabrik weiter und übersetzt sie in eine neue Zeit. Wo einst die Produktion im Mittelpunkt stand, entstehen heute neue Formen regionaler Wertschöpfung, des Austauschs und der Bildung. Der Entwurf von Emma Bormann-Gesterling verbindet Gastronomie, Ausstellung, Workshops und eine Indoor Farm zu einem Ort, der Transparenz schafft, regionale Zusammenhänge vermittelt und Menschen mit ihrer Region verbindet.

LokWerk: Revitalisierung der Ringlokschuppen in Hannover

Von Elena Luna Hansen

Aus einem Ort der Lokomotiven wird ein Ort für Menschen. LokWerk verbindet die industrielle Geschichte des Ringlokschuppens mit einer neuen Nutzung für Handwerk, Kreativität und Austausch. Erhaltene Schienen und Wartungsgruben werden Teil des Entwurfs und ermöglichen gemeinsam mit mobilen Möbeln eine flexible Raumgestaltung für Arbeiten, Lernen und Begegnung.

tomo: Die App für Krebspatienten und ihre Angehörigen in der ambulanten Selbstpflege

Von Jan Pascal Hellmann

tomo begleitet Menschen durch die Zeit zwischen den Arztterminen, in der sie mit Nebenwirkungen und Fragen allein zuhause sind. Ein kurzer täglicher Check-In erfasst, wie es ihnen gerade geht, und leitet daraus konkrete Vorschläge ab, die den Alltag erleichtern: bekömmliche Gerichte, angepasste Trainings und Übungen für die mentale Gesundheit. Angehörige verfolgen über die verbundene App das Befinden mit, planen Mahlzeiten und Sport gemeinsam und finden Angebote für ihr eigenes Wohlergehen.

Spino: Kinderfreundliches Wearable-System für biomechanisches Monitoring bei Skoliose

Von Valeriya Mykhaylychenko

Skoliose entwickelt sich bei jedem Kind individuell. Spino ergänzt klinische Untersuchungen, die oft nur einzelne Zeitpunkte abbilden, durch wiederholtes biomechanisches Monitoring: Textile EMG-Elektroden erfassen Muskelaktivität und -ungleichgewichte, IMU-Sensoren Haltungsasymmetrien und Bewegungsmuster. Das System aus Wearable, modularer Elektronik und digitalen Interfaces unterstützt Therapie und Bezugspersonen, während kindgerechte Interaktionen mit Spino junge Nutzende motivieren.

Desiring Pipes: Fractural Possibilities / Funnel Activity

Von Tim Neumann

Die Rohrinstallation zeigt ein poststrukturalistisches System, das Grenzen und Schwellen in materiell-diskursiven Praktiken aushandelt. Das Trichterrohr fungiert als nicht-hierarchischer Antriebskörper des Rohrsystems. Das System vollzieht (Re-)Konfigurationen: Aufnahme, Abgabe, Schnitte, Brüche, Verstopfungen, Wucherungen, Auflösungen, Durchmischungen und Erneuerungen. Diese Aktivitäten ermöglichen Transformationen in einer Welt voller Territorien.

Autonomes Badeaufsichts-System: Systemdesign zum Schutz vor dem Ertrinken

Von Ole Niebuer

Im Juni 2026 sind mindestens 99 Menschen in Deutschland ertrunken. Um die Wasserwacht flächendeckender und effektiver zu gestalten, wird ein autonomes Badeaufsichtssystem für Binnengewässer benötigt. Anhand von Bewegungsmustern erkennt eine KI Ertrinkende. Im Notfall setzt das System ein unbemanntes Boot ein, das einen Rettungsring auswirft und Hilfsbedürftigen die Selbstrettung ermöglicht.

Das Lernband-Prinzip: Band des lebenslangen Lernens

Von Alena Schröder

Das Lernband ist ein aus innenarchitektonischer und pädagogischer New-Learning-Perspektive entwickeltes räumliches System, in dem ein durchgehendes Möbelband verschiedene Lernzonen verbindet. Ein übertragbarer, modularer Baukasten macht den Raum zum Mitgestalter des Lernens. Angesichts des erheblichen Sanierungsbedarfs vieler Schulgebäude und des gesellschaftlichen Anspruchs auf Inklusion zeigt das Projekt, wie bestehende Schulen zu zukunftsfähigen Lernumgebungen weiterentwickelt werden können.

Lageräpfel: 16 Kleine Betten

Von Gerrit Schulze Raestrup

Die geschmiedeten Betten sind den alten Eichenbetten nachempfunden, die es bei Gerrit Schulze Raestrup auf dem Hof immer noch gibt und in denen er als Kind schlief. Die Betten können aus bis zu vier Teilen bestehen: aus dem Bettgestell, einem Lattenrost, einer Matratze und einem Apfel.

Filzen mit dem Roboterarm für die Modeindustrie

Von Lea-Milane Wiskow

Experimentelle Neuinterpretation des traditionellen Nadelfilzverfahrens durch den Einsatz eines Roboterarms zur Untersuchung industrieller Fertigungsprozesse in der Modeindustrie. Im Fokus stehen Materialverhalten, Prozessoptimierung, experimentelle Farbstudien zur Entwicklung organischer Farbverläufe sowie innovative Ansätze der textilen Gestaltung. Die exemplarisch für Hessnatur entwickelten Entwürfe orientieren sich an natürlichen Strukturen und morphologischen Prinzipien.

EVORA 01: Die Entwicklung eines Frauenfußballschuhs

Von Gina Wuttke

Im Rahmen dieser Bachelorarbeit entwickelte Gina Wuttke einen Frauenfußballschuh, der auf den Erkenntnissen wissenschaftlicher Studien zur Prävention von Kreuzbandverletzungen im Frauenfußball basiert. Anatomische und biomechanische Anforderungen von Fußballspielerinnen wurden in ein ganzheitliches Produktkonzept übersetzt. Das Projekt umfasste die Designentwicklung, CAD-Konstruktion, den Prototypenbau sowie die Entwicklung einer eigenen Markenidentität bis hin zum finalen Designprototyp.

FachFrauen

Von Lilly Schwarze

Das fotografische Bachelor-Projekt „FachFrauen" von Lilly Schwarze begleitet Frauen im Berufsalltag unterschiedlicher Handwerksberufe. Es begreift die Fotografie in der Tradition dokumentarischer Bildsprache als Instrument, das gesellschaftliche Verhältnisse verändern kann: Als Medium, das Handwerkerinnen sichtbar macht und sie als Vorbilder in der Berufsorientierung positioniert.

Perpetuum mobile

Von Elias Körbel

In der Arbeit von Elias Körbel aus dem Kompetenzfeld Lighting Design werden die Betrachtenden in die Unendlichkeit eines Perpetuum mobiles begleitet. Im Zusammenspiel von Licht und Raum bietet die Inszenierung eine dystopisch-utopische Erfahrung.

No Longer / Not Yet

Charish Scheurer und Cedric Fernández Fernández

Mit ihrem gemeinsamen Projekt „No Longer / Not Yet” setzen sich Charish Scheurer und Cedric Fernández Fernández mit den tiefgreifenden Veränderungen des ländlichen Spaniens auseinander. Über mehrere Reisen hinweg durchquerten sie zahlreiche Regionen des spanischen Binnenlandes – von den Pyrenäen bis an die portugiesische Grenze. Im Zentrum stehen Landschaften und Dörfer, die von Abwanderung und wirtschaftlichem Wandel geprägt sind. Die Arbeit interessiert sich für den Verlust von Kultur, Traditionen und lokalem Wissen.

Still working

Von Madita Schmidt

Die Studentin Madita Schmidt untersucht mit ihrem Projekt „Still Working“ die Lebensrealität älterer Menschen in Japan, die auch im hohen Alter weiterarbeiten. Auf ihrer Reise begegnete sie Menschen, bei denen sichtbar wird, wie Arbeitsstruktur, Verbindung und Sinn stiften kann. In Japan zeigt sich eine andere Vorstellung von Alter und Ruhestand als in Deutschland: Arbeit endet dort für viele nicht mit dem Rentenalter, sondern bleibt Teil des Lebens. Das Ergebnis ist im 1. Obergeschoss in Raum 118 im Haus E zu sehen.

Rohat – Hidden Losses

Von Jennifer Joy Burgdorff

Third Culture Kids (TCK) wachsen zwischen Welten auf: Sie verbringen einen Großteil ihrer Kindheit oder Jugend fernab der Heimatkultur ihrer Eltern. Sie erleben fremde Länder, lieben sie und müssen sie wieder verlassen. Einzigartige Erfahrungen prägen sie, doch hinter dem Abenteuer verstecken sich unsichtbare Wunden: Verluste durch Abschiede, Trauer, die niemand sieht. Diese Graphic Novel macht sie sichtbar.

Auf dem inneren Auge blind

Von Anabell Kessler

Aphantasie bezeichnet das fehlende oder eingeschränkte visuelle Vorstellungsvermögen. Wie es ist, keine Bilder vor dem inneren Auge sehen zu können, wie Menschen mit Aphantasie ihre Wahrnehmung erleben und welche Auswirkungen dies auf Kreativität, Erinnerungen oder den Alltag haben kann, beleuchtet dieses Buch anhand persönlicher Interviews und wissenschaftlicher Erkenntnisse.

Dada 2026

Von Celine Konopka

Die dadaistische Bewegung war Zufall, Ironie, Unsinn und Provokation. 110 Jahre später erforscht dieses Projekt mithilfe experimenteller Druckgrafik, wie sich dadaistische Strategien in die Gegenwart übersetzen lassen. Mit Riso und Rakel werden dadaistische Strategien erforscht, zerlegt und neu zusammengesetzt. Zufall trifft Ironie. Collage trifft Siebdruck. Der Zufall wird zum Mitgestalter. Der Ordnung wird misstraut.

FRAU WER

Von Schiwa Mehrdju

Wer ist Frau Wer? Eigentlich sollte dieser Comic eine Antwort geben. Stattdessen sammelte er Erinnerungen, Widersprüche und stellte immer neue Fragen.

Spielraum - Intuitive Möbel für Grundschulkinder

Von Lena Dörzbach

Das Projekt erforscht, wie Grundschulräume gestaltet werden können, um besser auf unterschiedliche Bedürfnisse und intuitive Handlungen einzugehen. Drei Erfahrungsobjekte zu den Themen Balancieren, sensorische Regulation und kreative Impulsivität eröffnen neue Möglichkeiten im Schulalltag. Sie fördern Selbstwahrnehmung, individuelle Entscheidungen sowie einen flexibleren Umgang mit Lernen, Bewegung und Rückzug.