Studierende berichten von ihren Erfahrungen im Ausland
Julia Volz studiert im Kompetenzfeld Innenarchitektur und absolvierte ein Auslandssemester in Bergen, Norwegen, an der Fakultet for kunst, musikk og design (KMD) der Universität Bergen
Eckdaten
Name
Julia Volz
Kompetenzfeld
Innenarchitektur
Ort
Bergen, Norwegen
Partnerhochschule
Universität Bergen
Was war Ihre Motivation für das Auslandssemester?
Nachdem ich mich dazu entschieden hatte, meinen Master ebenfalls an der HAWK zu machen, habe ich mich nach Möglichkeiten für ein Auslandssemester während des Masters umgeguckt, um noch einmal andere Lehrmethoden und Herangehensweisen mitnehmen zu können. Ich war besonders interessiert an Land und Leuten, an skandinavischem Design sowie am freieren und selbstständigeren Arbeitsprozess im Master der KMD, im Vergleich zur HAWK.
Wo und wie haben Sie in Ihrem Auslandsemester gelebt? Wie
Ich habe einen Platz im Wohnheim Grønneviksøren bekommen, in welchem ich mir eine Wohnung mit zwei weiteren Erasmusstudierenden geteilt habe. Jede*r hatte sein eigenes Zimmer, Küche und Bad wurde geteilt. Die Miete ist im Vergleich zu anderen Wohnheimen etwas höher, aber dafür ist die Wohnheimscommunity sehr aktiv und bietet viele Aktionen zum Mitmachen an. Das Wohnheim ist auch direkt am Wasser gelegen und die KMD ist nur 5 Gehminuten entfernt.
Wie war die Universität und welche Kurse haben Sie belegt?
Ich habe an der KMD die Kurse des zweiten Mastersemesters mitgemacht. Das hat gut gepasst, denn an der KMD bewirbt man sich bereits mit einem Projekt, welches man den ganzen Master selbstständig bearbeitet. Da ich bei meinem Start in Bergen neu mit meinem eigenen Projekt gestartet habe, konnte ich noch ganz gut aufholen und kam schnell auf einen ähnlichen Stand wie meine Mitstudierenden. Wobei hier auch jede*r in seinem eigenen Tempo angepasst an das eigene Projekt arbeiten kann. Alle 2-3 Wochen gab es Tutorengespräche, wie es mit dem Projekt läuft.
Abgesehen davon hatten wir alle gemeinsam noch 2-3 weitere Kurse, mal Gruppen-, mal Einzelarbeit. Hierbei war es uns freigestellt, ob diese etwas mit unserem eigenen Projekt zu tun haben oder ob man mal an etwas ganz anderes arbeitet.
Inwiefern konnten Sie neue Erfahrungen sammeln und sich weiterentwickeln?
Für mich war es eine neue Erfahrung so frei und selbstorganisiert an einem eigenen Projekt zu arbeiten. Gerade zu Beginn des Semesters war viel Selbstdisziplin notwendig, denn zum einen mussten noch die Kurse aus dem Wintersemester aus Hildesheim fertiggestellt werden, zum anderen gingen parallel die Kurse und das Kennenlernen in Bergen los. Doch schnell habe ich gemerkt, dass hier an der KMD insbesondere die eigene Haltung als Gestaltende im Fokus steht. Man bekommt viel Zeit für die Projekte und es wird großen Wert auf Reflexion und den individuellen Prozess gelegt.
Was war das absolute Highlight, fachlich oder auch kulturell?
Ich war sehr positiv überrascht von der Offenheit und Herzlichkeit meiner Mitstudierenden der KMD. Ebenso hab ich mich sehr über die Vielfalt der Nutzungsmöglichkeiten der Werkstätten gefreut. Das Essen in der Cafeteria war ein tägliches Highlight, insbesondere die Pizza am Freitag.
Eines meiner Reise-Highlights war im Februar eine Reise nach Tromsø, bei der wir wunderschöne Nordlichter sehen konnten. Ebenso schön waren die vielen Wanderungen auf den 7 Bergen, die die Stadt Bergen umgeben, und die Ausflüge etwas weiter hinaus.
Nicht zu vergessen sind auch die zahlreichen Saunagänge mit Schwimmen im kalten Fjord.
Was stellte die größte Herausforderung dar?
Die ersten Wochen waren tatsächlich etwas herausfordernd, da hier super viel los war. In Bergen werden Austauschstudierende sehr herzlich aufgenommen. Es gibt zahlreiche Infomeetings und Aktivitäten zum Kennenlernen. Am Anfang kann man alles mitnehmen, aber irgendwann ist es auch okay, von ein paar Aktivitäten zurückzutreten und seinen eigenen Weg zu gehen.
Ihre Tipps für zukünftige Outgoings?
Einfach mal machen, egal, wie viele Fragezeichen es zu Beginn gibt.