Mädchen und Jungen begaben sich auf eine Entdeckungsreise der Berufe

Erscheinungsdatum: 28.04.2026

Insgesamt 70 Schüler*innen der Klassen 5 bis 9 nutzten den diesjährigen Zukunftstag, um die vielfältigen Studiengänge der Fachbereiche Ingenieurwissenschaften und Gesundheit an der HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim/Holzminden/Göttingen in Göttingen zu erkunden. 

Hier konnten sie spielerisch Arbeitsfelder kennenlernen und so eine Initialzündung setzen, eine tradierte Rollenverteilung im Berufsleben aufzuweichen. Denn Ziel der Fakultät war es an diesem Tag, über ihr Angebot jungen Menschen einen Weg für mehr Geschlechtervielfalt in den angebotenen Studienfächern sowie den daran ausgerichteten Berufsfeldern aufzuzeigen.

Die jungen Forscher*innen in Sachen Berufsorientierung erwartete am Gesundheitscampus Göttingen und Campus Ingenieurwissenschaften zahlreiche Workshops. „Der Zukunftstag ist für uns eine wichtige Plattform, um Jugendliche ihre Talente entdecken zu lassen und ihnen die Chancen aufzuzeigen, die unsere Fachbereiche bieten“, betont Prof. Dr. Christian Podolsky, geschäftsführender Dekan der Fakultät. „Wir möchten Neugier wecken, Hürden nehmen und unseren Teil dazu beitragen, das junge Menschen in heute als geschlechteruntypisch geltenden Berufen ihren Weg gehen können.“

Jungen erkunden Gesundheitscampus Göttingen
Im Göttinger Sartoriusquartier erkundeten rund 30 Schüler die vielfältigen Studienmöglichkeiten am Gesundheitscampus Göttingen (GCG) – einer Kooperation von HAWK und Universitätsmedizin Göttingen (UMG). Von Sozialer Arbeit über Logopädie bis hin zur Hebammenwissenschaft gaben die interaktiven Angebote den ausschließlich männlichen Teilnehmern einen spannenden Einblick in die Welt der heute oftmals noch frauendominierten Berufe.

 

Der Studiengang Soziale Arbeit im Gesundheitswesen machte den Auftakt der Veranstaltung und ermöglichte es der bunt gemischten Gruppe sich direkt über das Kennenlernspiel „Tower of power“ miteinander bekannt zu machen. Ziel war es, gemeinschaftlich aus Bausteinen einen Turm zu bauen. Doch die Bausteine und der Kran, der für den Turmbau gebraucht wurde, hatten ihre Tücken und forderten die Teilnehmer heraus. So gewannen sie spielerisch einen Einblick in die Berufswelt eines Sozialarbeiters, der sich im Berufsleben auch mit Teamentwicklung auseinandersetzt.

In den Skills Labs des Hebammen-Studiengangs, die echte Kreißsaal- und Wochenbett-Situationen widerspiegeln, konnte sich die Gruppe intensiv mit den vielfältigen Aspekten des Berufs auseinandersetzen: vom Abhören der kindlichen Herztöne im Mutterbauch bis zum Nachempfinden einer Schwangerschaft mittels Bauchattrappen, die den Jungen ein realistisches Gefühl des Gewichts und der Größe eines Schwangerenbauchs im 9. Monat vermittelten. Dieser Einblick in den Hebammenberuf war für die Schüler besonders beeindruckend.

Spannende Workshops für Mädchen bei den Ingenieur*innen
Die Schülerinnen, die das Angebot des Campus Ingenieurwissenschaften wahrnahmen, erhielten Einblicke in Studiengänge, in denen Frauen eher unterrepräsentiert sind. Beim Löten, Lasern und 3D-Drucken oder auch beim Malen mit Plasma auf verschiedenen Oberflächen konnten die 40 Mädchen zwischen 10 und 15 Jahren die Welt der Technik entdecken und einen spielerischen Zugang zu den entsprechenden Studienrichtungen bekommen – von der Medizintechnik bis zur Elektrotechnik. Besonderes Highlight: die Besichtigung der Werkstatthalle des Formula Student-Teams der HAWK und dem aktuellen Rennwagen. Laura, 10 Jahre, war begeistert: „Es war ganz anders als ich es mir vorgestellt habe, aber es war total cool hier!“ Am Ende ging es für sie und ihre Mitstreiterinnen zur Stärkung nach einem ereignisreichen Tag noch in die Mensa der HAWK.

Dr. Monika Gelker, Gleichstellungsbeauftragte der HAWK-Ingenieurinnen auf den Göttinger Zietenterrassen, betont: „Zukunftstage sind unerlässlich, um Mädchen, frühzeitig für die spannenden Möglichkeiten in den Ingenieurwissenschaften zu begeistern. Indem wir ihnen die Chance geben, selbst aktiv zu werden und ihre technischen Fähigkeiten auszuprobieren, können wir langfristig eine ausgewogenere Geschlechterverteilung in diesen wichtigen Zukunftsfeldern fördern.“

Nadine Christ, Gleichstellungsbeauftragte des Fachbereichs Gesundheit, zeigte sich begeistert: „Es war inspirierend zu sehen, mit welcher Offenheit und welchem Interesse die jungen Männer diesen Tag genutzt haben, um in traditionell weiblich geprägte Berufe hineinzuschnuppern. Ich denke, es ist uns sehr gut gelungen, etwaig anerzogene Vorurteile ein Stück weit abzubauen und wertvolle Impulse für die Zukunft zu setzen.“