HAWK-Absolvierende nehmen an der Ausstellung „Trauer und Trost" teil

Erscheinungsdatum: 21.08.2026

Die Handwerksform Hannover präsentiert „Trauer und Trost“. Die Ausstellung lädt ein, den Tod als Bestandteil des Lebens neu zu entdecken und den Umgang mit Verlust, Abschied und Erinnerung aus unterschiedlichen kreativen Perspektiven zu betrachten. Auch Absolvierende und Lehrende aus dem Kompetenzfeld Metallgestaltung & Schmuck der Fakultät Gestaltung der HAWK am Standort Hildesheim zeigen ihre Arbeiten.

In einer Zeit, in der sich gesellschaftliche Rituale des Abschieds zunehmend verändern, zeigt „Trauer und Trost“ zeitgenössisches Kunsthandwerk und künstlerische Arbeiten, die respektvoll, offen und individuell mit Trauer umgehen. Dabei beleuchtet die Ausstellung verschiedene Zugänge: von traditionellen Ritualen bis hin zu innovativen Formen des Gedenkens, die die persönliche Würdigung Verstorbener in den Fokus rücken. Die Ausstellung schafft einen Zugang zu einem sensiblen Thema und bietet Raum für persönliche Annäherung, Wahrnehmung und neue Perspektiven.

Embodied

Von Sitadevi Zonneveld

Das immersives Raumkonzept „Embodied – dort, wo Leben und Verlust einander begegnen“ von Sitadevi Zonneveld verbindet Performance, Sound-Installation und textile Arbeiten zu einem fortlaufenden Dialog. Die im Raum kompositorisch angeordneten Textilarbeiten basieren auf Stimmen von Menschen, die ihre Erfahrungen von Trauer geteilt haben. Das Material verdichtet sie und trägt sie durch die Performance im Raum weiter. Aus der Resonanz der Begegnungen entstanden die textilen Werke. Ausgangspunkt ist eine geteilte Introspektion: individuelle Trauererfahrungen, die sich im Dialog überschneiden, berühren und verbinden. Diese gemeinsamen emotionalen Räume wirken als formgebende Kraft und leiten die gestalterischen Impulse der Arbeiten.

Vollglas

Von Laura Muth

Das Objekt Vollglas von HAWK-Absolventin Laura Muth untersucht die Grenzen der Materialität von Glas sowie seine Beziehung zu Körper, Wahrnehmung und Identität. Im Zentrum steht die Frage, wie Glas als funktionales oder dekoratives Material und gleichzeitig als tragbare, oberflächliche Schnittstelle wirken kann. Vollglas ist aus einem einzigen Glasblock konzipiert und vereint Transparenz, Reflexion und Farbe. Bewusst ersetzt die Arbeit das Bild der rosaroten Brille durch ein schwer wirkendes, graues Objekt.

Das Band

Von Laura Muth

Das Band, ebenfalls von Laura Muth, ist eine aus Resin 3D-gedruckte Brille, entwickelt aus einem einzigen, kontinuierlichen Draht. Wie im Trauerprozess entstehen Bedeutungen nicht geradlinig: Gedanken kehren zurück, verweben sich neu und verdichten sich. Zugleich verweist die Arbeit auf das Band des Lebens, auf Verbundenheit und fortbestehende Beziehungen, die ihre Form verändern, aber nicht enden. Die Brille versteht sich als tragbare Skulptur.

Trockene Tränen aus dem Lacrimarium

Von Gerrit Schulze Raestrup

Gerrit Schulze Raestrup zeigt seine Arbeit „Trockene Tränen aus dem Lacrimarium“: Die antiken Tränengefäße aus Glas übersetzt der Absolvent aus dem Kompetenzfeld Metallgestaltung & Schmuck in Form eines Wachsmodells, das er aus Silber gießt. Die so entstandene Interpretation taucht er in geschmolzenes Salz. Das Salz haftet am Draht. Das Ergebnis symbolisiert getrocknete Tränen und macht sie damit physisch erfahrbar. Die trockenen Tränen sollen die Trauer aus dem Verborgenen ans Licht bringen und den Umgang mit Verlust in der heutigen Zeit hinterfragen.

Erinnerungsobjekt

Von Melvin Kaczmarczyk

In seiner Auseinandersetzung mit Urnen wollte Melvin Kaczmarczyk Objekte fertigen, die den Trauernden Halt geben und die Verstorbenen ehren. Die entstandenen Urnen sollen Trauerrituale durch Symbolik und Interaktionsangebote unterstützen und letztlich als Monument für das Leben einer Person stehen. Urnen sind das letzte Gefäß für einen Menschen und tragen dadurch nicht nur die Asche, sondern auch viele persönliche Erfahrungen und Erinnerungen in sich.

Halskette und Brosche

Von Sham Patwardhan-Joshi

Der Schmuckdesigner und HAWK-Dozent Sham Patwardhan-Joshi zeigt eine Halskette aus Kunststoff mit einem Verschluss aus Silber und Granat sowie eine Brosche mit Glasperlen, Nylongarn und Kunststofftauben mit einer Broschierung aus Messing.

Wann und wo

Die Ausstellung „Trauer und Trost“ öffnet von Samstag, 5. September 2026, bis Freitag, 2. Oktober 2026, in der Handwerksform Hannover der Handwerkskammer Hannover in der Berliner Allee 17 in 30175 Hannover. 

Öffnungszeiten 
Dienstag bis Freitag: 12:00 bis 18:00 Uhr 
Samstag: 12:00 bis 17:00 Uhr 
Sonntag, Montag und an gesetzlichen Feiertagen: geschlossen