Erstsemester präsentieren zum Semesterende selbstgebaute Mini-Rennboliden

Erscheinungsdatum: 21.07.2026

Ein ungewöhnliches Bild eröffnete sich Besuchern des Campus Ingenieurwissenschaften der HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim/Holzminden/Göttingen am Standort Göttingen zum Semesterabschluss: umgekippte Tische, die zu Rennstrecken umfunktioniert wurden, geschäftige Studierende mit Werkzeug und Getränken in der Hand, dazu das Surren und Aufeinanderkrachen ferngesteuerter Fahrzeuge.

Mittendrin Professor*innen und Lehrende, die das Treiben begleiteten. Mit diesem besonderen Highlight beendete die Fakultät Ingenieurwissenschaften und Gesundheit das 1. Semester mit einem besonderen Highlight: der „Junior-Karambolage“ sowie das 2. Semester mit dem Finale des Senior-Parcours-Projekt.

Rund 30 Erstsemester des Bachelorstudiengangs Ingenieurwissenschaften traten mit selbstgebauten, handtellergroßen Fahrzeugen gegeneinander an. Der Wettbewerb markierte den Abschluss ihres Praxisprojekts.

Wettkampf als Highlight eines facettenreichen ersten Semesters

Dieser Wettkampf bildete den, wenn auch freiwilligen, Höhepunkt nach der fünften und letzten Prüfungsleistung des Semesters, der Montage-Prüfung. Chris Johann Ackurat, Laboringenieur Konstruktion und Wettkampfverantwortlicher, sagt dazu: „Die Studierenden bauen solch ein Fahrzeug, wie wir es hier sehen, während des Semesters überwiegend allein. Ein paar Bauteile und Komponenten geben wir natürlich vor. Wir beginnen mit der Konstruktion, gehen dann über zur Fertigung der Bauteile und letzter elektronischer Komponenten, Programmierung und letztendlich dann die heutige Montage und Inbetriebnahme. Dies alles sind Prüfungsleistungen des Projektes im ersten Semester.“

Am Wettkampftag bewiesen die Studierenden, wie gut sie ihr Wissen aus dem ersten Semester angewendet hatten. „Die Studierenden erleben hier direkt die Funktionsweise ihres Autos und was dazu gehört, um auch im Wettbewerb zu bestehen. Anhand eines solchen Modellautos können wir wunderbar Grundzüge und den Einstieg in die Ingenieurwissenschaften vermitteln“, führt Ackurat das Ziel des Junior-Projekts weiter aus. 

 

Studierende durch Praxisnähe an interdisziplinäre Zusammenarbeit heranführen

Noch am Vormittag hatten die Studierenden im fakultätseigenen Maker Space letzte Hand bei der Montage ihres Wagens angelegt. Der Wettkampf am Ende des Tages war mehr als nur ein lustiges Beisammensein: Er zeigte, wie eng Theorie und Praxis im Studiengang Ingenieurwissenschaften verknüpft sind. „Es geht uns hier nicht allein um Konstruktion, sondern darum, die verschiedenen Disziplinen der Ingenieurwissenschaften in diesem Projekt zu vereinen“, betont Prof. Dr.-Ing. Christopher Frey, Modulverantwortlicher des Projekts. „In der Vergangenheit waren bei uns die unterschiedlichen Fachrichtungen wie Maschinenbau oder Elektrotechnik getrennte Bereiche. Das haben wir durch die Vereinigung in dem neuen Studiengang Ingenieurwissenschaften geändert.“ Ziel sei es auch, die Studierenden durch Praxisprojekte frühzeitig an die interdisziplinäre Zusammenarbeit im Team heranzuführen.

Studierende attestieren: viel Arbeit, aber großer Spaß

Während die Autos in drei Arenen um die Wette fuhren, zeigten die Studierenden viel Kreativität beim Lenken:. Die Fahrzeuge mussten mittels eigens programmierter Webanwendung präzise gesteuert und mitunter sogar Hindernisse in Form von gegnerischen Fahrzeugen überwunden werden. Den Teilnehmer*innen war die Freude am gemeinsamen Tun deutlich anzumerken. „Wir haben unsere Autos selbst designt, gebaut, programmiert und gelötet. Es war viel Arbeit, aber es hat großen Spaß gemacht. Man lernt all die Kompetenzen, die man später auch im Beruf braucht“, beschreibt Enya von Kleist begeistert ihre Erfahrungen.

Der Wettkampf, der ganz bewusst im Rahmen der letzten Prüfungsleistung konzipiert wurde, zeigt, wie praxisnahes Lernen Studierende auf Teamarbeit und vielfältige Herausforderungen in der Berufswelt vorbereiten kann. Frey unterstreicht die Bedeutung eines solchen Formats und die positive Resonanz unter den jungen Akademiker*innen sowie den beteiligten Dozierenden: „Wir haben wirklich sagenhaft gute Rückmeldungen von den Studierenden bekommen. Das kennen wir aus unseren Lehrveranstaltungen nicht in diesem Ausmaß, dass Studierende zu uns kommen und uns attestieren ‚Das hat jetzt wirklich Spaß gemacht, wir haben sehr viel gelernt.‘ Zudem widerlege es die allgemeine Meinung, Ingenieurwissenschaften seien ein karges Fach, für das man wahnsinnig viel lernen müsse: „In Wirklichkeit sieht es anders aus: Es macht unheimlich viel Spaß, Produkte zu entwickeln, und das ist, was die Studierenden bei uns schon im 1. Semester merken können“, so Frey.

Zum Abschluss wurden die besten drei Teams mit selbstgefertigten und gravierten Medaillen ausgezeichnet. „Wir wollten, dass die Fahrzeuge nicht einfach in der Versenkung verschwinden“, erklärt Ackurat. „Deshalb haben wir den Wettbewerb ins Leben gerufen.“ Die Idee lehne sich ein wenig an das Videospiel „Mario Kart Ballonschlacht“ an: „Die Fahrzeuge rammen sich gegenseitig, um ‚Leben‘ abzuziehen, die auf einem Display gezählt werden. Wer am Ende die meisten Leben hat, gewinnt.“

Seniorprojekt im 2. Semester: autonome oder interaktive Fahrzeuge im Parcours

Und dieses Ende ist gewissermaßen auch der Anfang – des 2. Semesters: Hier werden die angehenden Ingenieur*innen im Rahmen des Seniorprojekts vor eine neue Herausforderung gestellt. In diesem Fall wird ein anderes Auto unter neuer Aufgabenstellung, weiterentwickelt. Dann muss eine Kugel durch einen Parcours transportiert werden. Je nachdem, für welchen Entwicklungsschwerpunkt sich die Studierenden entschieden haben, nimmt das Auto die Kugel mit einer Greifvorrichtung auf und legt die Strecke bis zum Ziel ferngesteuert zurück, oder das Fahrzeug muss die Route komplett autonom fahren und die Kugel darf dabei ohne Greifer aufs Auto geladen werden.

 

Studiengang Ingenieurwissenschaften: praxisnah und innovativ

Wer Interesse hat, an der HAWK in Göttingen praxisnah und innovativ zu studieren, hat noch bis zum 15. August die Möglichkeit sich für den Bachelorstudiengang Ingenieurwissenschaften zu bewerben. Dieser wird auch als Studium im Praxisverbund in Kooperation mit Firmenpartnern angeboten. Die Hochschule zeichnet sich durch kleine Lerngruppen, persönliche Betreuung, familiäre Atmosphäre und vielfältige Vertiefungsrichtungen aus, darunter Elektrotechnik, Mechatronik und nachhaltige Produktionstechnik.

Weitere Informationen zum Studiengang finden Sie auf der Studiengangsseite.

Hintergrund – Die Fakultät Ingenieurwissenschaften und Gesundheit der HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim/Holzminden/Göttingen

Die Fakultät verfügt über die beiden Fachbereiche Ingenieurwissenschaften und Gesundheit. Hier wird der akademische Nachwuchs für die Region ausgebildet – der Vorteil: praxisnah und fachübergreifend. Viele modern ausgestattete Fachlabore und Forschungseinrichtungen, Werkstätten und Hörsäle machen die beiden Standorte zu einem attraktiven Lernort. Allein die Fakultät gehört zu den zehn forschungsstärksten Einrichtungen dieser Art in ganz Deutschland. Insgesamt studieren hier rund 1.200 junge Menschen, fast 500 im Bereich Ingenieurwissenschaften.

 

Der Campus Ingenieurwissenschaften

Auf dem Campus Ingenieurwissenschaften auf den Göttinger Zietenterrassen, Von-Ossietzky-Str. 99, werden die Bachelor- und Masterstudiengänge Ingenieurwissenschaften, Elektro- und Informationstechnik, Präzisionsmaschinenbau, Laser- und Plasmatechnik sowie Technische Informatik und Robotik angeboten, zum Teil im Praxisverbund-Studium. Bis zum Wintersemester 2024/25 war eine Einschreibung für Erstsemester für die Bachelorstudiengänge Elektrotechnik/Informationstechnik, Physikalische Ingenieurwissenschaften und Präzisionsmaschinenbau möglich. Dies ist ab Wintersemester 2025/2026 nur noch Wechsler*innen vorbehalten, denn dann werden diese Studiengänge in den Studiengang Ingenieurwissenschaften integriert. Die Masterstudiengänge bleiben bestehen.

Gesundheitscampus Göttingen

Der Gesundheitscampus ist eine Kooperation von HAWK und Universitätsmedizin Göttingen (UMG). Der GCG ist organisatorisch an der Fakultät Ingenieurwissenschaften und Gesundheit angesiedelt und befindet sich im Göttinger Sartorius Quartier, Annastraße 25. Hier werden Bachelor- und Masterstudiengänge, zum Teil dual, im Bereich der Pflege, der Therapiewissenschaften (Physio- und Logopädie), in der Hebammenwissenschaft, der Sozialen Arbeit und der Orthobionik angeboten. Der campusübergreifende Studiengang Medizintechnik komplettiert das Angebot.