Hochschule startet mit Kick-Off zu „Vision 2050“ und 14 Millionen Euro
Die Konzeption und Ausarbeitung des Strategiekonzepts erfolgten maßgeblich unter der Leitung von Prof. Dr. Wolfgang Viöl, dessen Ideen, Schreibarbeit und Präsentationsstärke das Projekt in besonderer Weise prägten. Auch Jan Hluschi und Dr. Lars ten Bosch brachten wesentliche Beiträge in die Entwicklung und Realisierung des Konzepts ein. Für diese gemeinschaftliche Leistung erhielt die HAWK die maximal mögliche Fördersumme in Anbetracht ihrer Größe von 14 Millionen Euro aus dem Hochschulförderprogramm „Potenziale strategisch entfalten“ zur Umsetzung des Konzepts. Insgesamt stellen das Land Niedersachsen und die VolkswagenStiftung den niedersächsischen Universitäten und Hochschulen mit dem Programm rund 300 Millionen Euro zur Verfügung. „Eine Rekordsumme“, wie Schütte unterstrich. Die Mittel stammen aus dem gemeinsamen Förderprogramm „zukunft.niedersachsen“. „Sie haben sehr konkrete Beispiele mit ihren 3 ‚Capability Labs‘ und dem ‚Advanced Integrated Network (AIN)‘ aufgeführt, ihre Stärken und auch ihre Schwächen benannt und gehören zu den 2 besten Anträgen in Niedersachsen“, lobte Schütte.
„Das Projekt ist kein einzelner Leuchtturm, sondern entspricht einem umspannenden Sternbild, das sich aus den Standorten, den Fakultäten und den Expertisen der Hochschule zusammensetzt“, so Prof. Dr. Jörg Lahner, Vizepräsident für Forschung und Transfer, in seiner Rede. Diese umfassten die Ingenieurwissenschaften, die Gestaltung, die Gesundheit sowie die Sozial-, Bildungs- und Raumwissenschaften, so Lahner.
Eine Posterausstellung auf dem Campus Weinberg visualisierte die 4-teilige Struktur des Projektes, das die jeweils Verantwortlichen den HAWK-Mitgliedern in kurzen Vorträgen näherbrachten. Das Capability Lab „Educational Journey with AI“ umfasst die Forschung dazu, wie die Künstliche Intelligenz (KI) Bildungs- und Lernprozesse voranbringt, um vom Kleinkind bis ins hohe Alter die Beteiligten zu souveränen Akteur*innen mithilfe von evidenzbasierten, fairen und inklusiven Formaten in einer digitalen Welt zu machen. Im Capability Lab „Climate Resilience“ erarbeitet die Hochschule mit ihrer Fachexpertise Lösungen gegen den Klimawandel und für mehr Resilienz, indem sie Alternativen zu schädlichen Materialien und neue Verfahren gegen Schädlinge entwickelt und zugleich Mess- und Modellierungsinstrumente für urbane Räume und Energieflüsse aufbauen wird. „Green Engineering“ wird hierbei zur gestaltenden Kraft für Regionen und Kommunen. Im dritten Capability Lab „Future Therapies and Health Technologies“ steht der Mensch im Mittelpunkt: Die Hochschule arbeitet hierbei an personalisierter Medizin, digitalen Therapien und neuen Versorgungsansätzen, immer unter der Agenda: „interprofessionell, an den zu behandelnden Personen orientiert und translational, von der Idee bis zum Anwendungsnachweis“.
Das „Rückgrat“ des Projektes bildet das „Advanced Innovation Network (AIN)“, eine Unterstützungs- und Innovationsstruktur der HAWK, die Zukunftstrends frühzeitig anhand von Bedarfen identifiziert und daraus konkrete Werkzeuge, Formate und Prozesslogiken für Forschung, Lehre und Transfer, sowie Verwaltung entwickelt und implementiert.
„Vision 2050 ist nicht nur ein Forschungsprojekt – es ist eine Einladung, Verantwortung gemeinsam zu übernehmen. Die HAWK hat dafür etwas sehr Wertvolles: viele Menschen, die genau diese Verantwortung tragen können – interdisziplinär, pragmatisch, kritisch, konstruktiv. Wenn wir diese Kompetenz zusammenbringen – in den CapLabs, im AIN, in Lehre, Forschung, Transfer und Verwaltung – dann sind genau diese Menschen der entscheidende Qualitätsfaktor dieses Projekts“, betonte Vincent Timm, Leiter des Interaction Design Lab, in seinem Impulsvortrag „Welche Möglichkeiten eröffnet uns KI im Gesamtprojekt?“, den er mit Prof. Stefan Wölwer formuliert hat.
Den Vormittag des Thementages bereicherten eine Betrachtung von Prof. Dr. Sabine Foraita, Dekanin der Fakultät Gestaltung, zur ganzheitlichen Erfassung des Begriffs „Design“ und das Projekt „Collabo Desk“ von Julian Bauch, Masterabsolvent der Fakultät Gestaltung und wissenschaftlicher Mitarbeiter, bei dem er ein KI-basiertes Tool als inspirierendes, impulsgebendes Mitglied aus dem Browser an den Diskussionstisch brachte. Dort interagierten die Hauptberufliche Vizepräsidentin Dr. Anne Faber, Prof. Dr. Jörg Lahner, sowie Dr. Georg Schütte und Prof. Dr. Zulia Gubaydullina.
Prof. Dr. Marc-André Filz zeigte am Nachmittag in seinem Workshop, wie KI-Agenten operative Schritte im ingenieurwissenschaftlichen Forschungsprozess übernehmen können — von der Problemformulierung über automatisierte Codegenerierung bis zum lauffähigen Prototyp. Anhand einer Live-Demonstration machte er greifbar, wie sich Forschungsschritte beschleunigen lassen und welche Voraussetzungen dafür notwendig sind.
Vincent Timm, Leiter des Interaction Design Lab an der Fakultät Gestaltung, entwickelte in seinem Angebot gemeinsam mit den Teilnehmenden aus Forschung, Lehre und Verwaltung ein Ökosystem für Daten und KI an der HAWK. Anhand einer Kartierung der vorhandenen Software-Systeme und Web-Anwendungen ordnete die Gruppe Themen und Herausforderungen ein und formulierte Lösungsvorschläge.
Prof. Dr. Marc Klages gab einen Einblick, wie KI den Arbeitsalltag unterstützen kann – besonders dort, wo Prozesse viel Zeit kosten. An einem Live-Beispiel im Antragsmanagement zeigte er zusammen mit Johannes Viöl einen n8n-Workflow, der Förderinformationen bündelt und passende Hinweise vorbereitet – inklusive klarer Freigabeschritte.