Förderzusage sichert Mentoring-Programm der HAWK

Erscheinungsdatum: 13.05.2026

Die HAWK freut sich über die erneute Förderzusage der Niedersächsischen Lotto-Sport-Stiftung für das Mentoring-Programm „Balu und Du“. Diese Zuwendung sichert das laufende Projektjahr des erfolgreichen Programms und damit eine besondere individuelle sowie gemeinschaftliche Lern- und Entwicklungszeit für rund 40 Studierende der HAWK aus 15 Studiengängen. Diese gehen im Rahmen des Mentoring-Programms Patenschaften zu Grundschulkindern mit besonderen Herausforderungen für ein ganzes Jahr ein und fördern sie somit im Erlangen von sozialen Kompetenzen und im informellen Lernen.

Die Niedersächsische Lotto-Sport-Stiftung und die Klosterkammer Hannover fördern das Programm seit Oktober 2025 und machen so die Koordination und didaktische Begleitung des Mentorings durch Annette Rehfus an der HAWK möglich. Herzstück des Mentorings sind die wöchentlichen Treffen der Studierenden (Balus) mit ihren Kindern (Moglis) zu gemeinsamen Aktivitäten. Balu und Du konzentriert sich damit auf informelles Lernen für beide Seiten.

Durch ebenso wöchentliche digitale Tagebucheinträge, zu denen Annette Rehfus individuelles Feedback gibt, und die Teilnahme an zweiwöchentlichen Begleitseminaren reflektieren die Studierenden ihre Erfahrungen. Dieser reflexive Ansatz fördert die persönliche und fachliche Entwicklung der Studierenden. Ein Zitat aus der studentischen Lehrevaluation belegt dies beispielhaft: „Ich erhalte Einblicke in die Welt eines 8-jährigen Kindes, die mir sonst nicht möglich gewesen wären. So kann ich auch die Gesellschaft um mich herum besser wahrnehmen und das Verhalten anderer besser einordnen. Ich denke, das hilft mir, mit offeneren Augen durch die Welt zu gehen und unterstützt meine eigene Entwicklung“.

 

„Wir sind der Niedersächsischen Lotto-Sport-Stiftung für ihre anhaltende Unterstützung sehr dankbar“, betont Dr. Silke Neumeyer, Leiterin des Individuellen Profilstudiums (IPS) an der HAWK. „Das Mentoring ‚Balu und Du‘ ist über das IPS-Modul ein curricular verankertes Wahlfach und bietet den Studierenden eine einzigartige Möglichkeit, über ihr fachliches Studium hinaus zu wachsen, indem sie sich in realen Sozialräumen engagieren und somit Selbstwirksamkeit und Gemeinschaft erfahren.“

Und was steht im Jahr 2026 noch an? Die Koordinatorin Annette Rehfus hat die kommenden Monate bereits geplant. Die Schulungen des Kinderschutzbundes kommen zum Abschluss, ein Besuch in einem Lämmerstall auf dem Dorf als nächste Gemeinschaftsaktion steht an, das Frühlingsfest und eine gemeinsame Aktion mit den Internationalen Gärten e.V. wird es ebenfalls geben. Die Betreuung der Tandems und Studierenden und Grundschulkindern im Großen und Kleinen erfordert kontinuierlich ihre Zeit und Aufmerksamkeit. Die herausfordernden Situationen der Grundschulkinder spiegeln sich auch in den Beziehungen der Tandems wider und erfordern im Einzelfall gezielte, individuelle Beratung und Begleitung durch die Projektkoordinatorin.

In der das Projekt flankierenden Elternarbeit finden Beratungsgespräche und Umfragen statt, um den Bedarfen der Familien besser entgegenzukommen. Das Projekt bindet die Eltern als Teil der „Balu und Du“-Gemeinschaft ein und heißt sie bei ausgewählten Gemeinschaftsaktionen, zusammen mit Geschwisterkindern, herzlich willkommen. Das baut innerhalb der Familien Interesse für das Projekt und Vertrauen auf, was sich positiv auf die Arbeit der Tandems auswirkt. Ein kleiner Ausschnitt aus einem Tagebuch eines Studenten der Ingenieurswissenschaften an der HAWK, der spontan zu einem Essen eingeladen wurde, zeigt dies deutlich: „Als wir zurückkamen, haben wir uns erst einmal aufgewärmt und etwas gegessen. Moglis Mama hatte Wraps auf kolumbianische Art gemacht und als sie Rohrzucker aus dem Schrank holte, um den Tee zu süßen, sprang Mogli direkt auf und zeigte mir den Zucker ganz stolz. Er hat mir erzählt, dass der Zucker direkt aus Kolumbien kommt und man hat gemerkt, wie wichtig ihm das war. Während seine Mama mir Teile der Pflanze und der Ernte erklärte, saß Mogli daneben und nickte ganz stolz, auch wenn er vermutlich noch nicht alles verstand. Mich hat das sehr gefreut, weil man merkte, wie gerne er von seiner Heimat und seiner Kultur erzählt. Es wirkt dabei gar nicht so, als würde er Deutschland ablehnen, sondern eher so, als würde er einfach einen Teil von sich zeigen, der ihm wichtig ist. Insgesamt war es einfach schön zu sehen, wie wohl er sich in seinem Alltag hier fühlt und gleichzeitig so selbstverständlich und stolz mit seiner Herkunft umgeht“. Durch die Zusammenarbeit lassen sich noch bestehende Hürden in der Elternarbeit erkennen und insbesondere im engen Austausch mit dem Trägerverein „Balu und Du“ bearbeiten.

Bildunterschrift: 
Annette Rehfus von der HAWK (rechts, 2. Person von oben) betreut im Rahmen von „Balu und Du“ Tandems aus HAWK-Studierenden und Grundschulkindern in herausfordernden Situationen. Dr. Silke Neumeyer (2. Person von links, stehend), Leiterin des Individuellen Profilstudiums (IPS) an der HAWK, erklärt: „Das Mentoring ‚Balu und Du‘ ist über das IPS-Modul ein curricular verankertes Wahlfach und bietet den Studierenden eine einzigartige Möglichkeit, über ihr fachliches Studium hinaus zu wachsen.“