3. Forschungstag am GCG zeigt Vielfalt und Themenbreite der HAWK-Forschung

Erscheinungsdatum: 10.03.2026

Der Forschungstag am Gesundheitscampus Göttingen wird zwischen Postern, Speed-Dating und Start-up-Ideen zum Hochschul-Treffpunkt für angewandte Forschung und Transfer.

In der Sheddachhalle am Gesundheitscampus Göttingen sind fast alle Plätze besetzt. Rund 190 Teilnehmende nutzen den 3. Forschungstag der HAWK, um sich über aktuelle Projekte zu informieren und ins Gespräch zu kommen. Der Campus wird für einen Tag zum Schaufenster der angewandten Wissenschaft nach innen, mit Forschungspostern, Kurzvorträgen, Workshops und Start-up-Ideen. 
Auf knapp 40 Postern und in zahlreichen Fünf-Minuten-Präsentationen in Vortragsblöcken zeigen Forschende der Hochschule den ganzen Tag über die breite Themenpalette – von Gesundheitsversorgung über Umwelt, Waldentwicklung und Stadtplanung bis hin zu sozialen Fragestellungen, Forschungsmethoden und technischen Innovationen. Neue Kontakte und Kooperationen entstehen, die Fakultäts- und Standortgrenzen überschreiten. 
Prof. Dr. Jörg Lahner, Vizepräsident für Transfer und Forschung, nennt das Format eine Erfolgsgeschichte: 110 Teilnehmende beim ersten Forschungstag, 150 im Vorjahr, nun über 200 Anmeldungen. Für ihn zeigt das Wachstum, dass die HAWK in der Forschung nicht nur stabil, sondern auf Expansionskurs ist. Die Veranstaltung stehe für Begegnung, Sichtbarkeit und Unterstützung – drei Leitmotive, die Forschung anwendungsnah und vernetzt halten. Forschung ist Teamsport, betont Lahner, und Services wie Drittmittelberatung, Forschungsdatenmanagement oder das Promotionskolleg schaffen die nötigen Freiräume. 
Auch Dr. Lars ten Bosch, Leiter des Bereichs Forschung und Transfer, lobt die Mischung aus Fachlichkeit und Offenheit: „Es ist spannend zu sehen, was hier alles passiert – selbst wir kennen nicht jedes Projekt.“ Er versteht den Forschungstag als Forum für Austausch und als Brücke in die Praxis. Forschung solle „in die Welt“ wirken – durch Kooperationen mit Unternehmen, sozialen Träger oder Start-ups. 
Passend dazu präsentieren sich neue und bewährte Formate: Beim Speed-Dating vernetzen sich Forschende in kurzen Gesprächen, um gemeinsame Vorhaben anzubahnen. Im KI-Café für Promovierende diskutieren sie Einsatzmöglichkeiten generativer KI und entwickeln erste Projektskizzen. Im Rahmen der Plenumsdiskussion „Ist das schon ein Produkt?“ diskutieren Expert*innen gemeinsam mit dem Publikum über den Weg von der Idee bis zum marktfähigen Produkt. Und auch die Podiumsdiskussion des HAWK-Netzwerks Genderforschung „Wege in die Genderforschung“ ist gut besucht.  

 

Junge Wissenschaft steht dabei ebenso im Fokus: Carolin Baaske, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt „Domestizierung einer KI-Plattform“ an der Fakultät Gestaltung, untersucht, wie Studierende Smart Speaker in ihren Alltag integrieren und welche sozialen sowie kulturellen Faktoren diesen Prozess prägen. Ihr Projekt zeigt, wie sich Fragen der Technikakzeptanz, Mediennutzung und Gestaltungsmethodik zusammenführen lassen – und wie designethnografische Ansätze helfen, digitale Alltagspraktiken sichtbar zu machen. 
Auch Gründungsideen finden Raum: Das Start-up „Faktum“ etwa will politische Inhalte für junge Menschen verständlich und jugendgerecht aufbereiten. Mit einer App, die politische Informationen schnell, gebündelt und transparent zugänglich macht und Wahlversprechen dokumentiert sowie überprüfbar hält, zeigt das Team, wie aus Forschung praxisnahe Anwendungen entstehen.  
Stimmen aus der Region unterstreichen die Rolle der HAWK als Impulsgeberin. Rico Krieger von der Südniedersachsen-Stiftung sieht in Formaten wie dem Forschungstag wichtige Anknüpfungspunkte zwischen Wissenschaft, Praxis und regionaler Entwicklung: „Wir schaffen es hier, Kooperationen herzustellen, Begegnungen zu erzeugen und von denen profitiert dieser Standort und alle Mitarbeitenden“, so Krieger. 
Neben den offiziellen Programmpunkten sind es oft die informellen Gespräche, die bleibende Wirkung zeigen. Servicebereiche wie das Forschungsdatenmanagement (FDM) schätzen den direkten Austausch mit Forschenden, um Bedarfe besser zu verstehen und Angebote gezielt weiterzuentwickeln: „Es war sehr erfolgreich von unserer Seite. Wir hatten sehr viele Besucher bei uns am Stand und auch im Workshop“, so Jule Meyer, Forschungsreferentin im FDM-Team.
Zum Abschluss fasst Jörg Lahner den Tag als „richtige Leistungsshow“ zusammen – ein Ereignis, das Forschung sichtbar mache, neue Ideen anstoße und Lust auf die nächste Ausgabe wecke. Der 3. Forschungstag habe eindrucksvoll gezeigt, wie dynamisch und vielfältig angewandte Wissenschaft an der HAWK ist – und dass sie weiterwächst.