HAWK-Studierende entwerfen Laborkonzepte für digitale Produktionstechnik

Erscheinungsdatum: 18.08.2026

An der Hildesheimer HAWK-Fakultät Bauen und Erhalten am Standort Hildesheim soll ein neues Labor für digitale Produktionstechnik entstehen. Für den Studiengang Holzingenieurwesen mit der Vertiefungsrichtung „Möbel und digitale Produktion“ konzipierten Studierende HAWK-Fakultät Gestaltung aus den Kompetenzfeldern Farbdesign, Innenarchitektur und Lighting Design einen innovativen Lernort. Das Ziel bestand unter anderem darin, die Neuausrichtung des Studiengangs hervorzuheben und neue didaktische Ansätze für die Lehre in den Ingenieurwissenschaften zu unterstützen.

Das Seminar an der Fakultät Gestaltung leiteten Prof. Dr. Cornelia Moosmann, Prof. Patrick Pütz und Prof. Timo Rieke. Die Studierenden sollten einen zukunftsweisenden, inspirierenden und funktionalen Raum entwerfen. Die beste Idee soll als Vorlage für die tatsächliche Umgestaltung des Raums dienen. Insgesamt entwickelten 6 Gruppen je eine Idee. Im nächsten Schritt wird die HAWK anhand der Entwürfe entscheiden, welche Vorschläge in die praktische Umsetzung einfließen.

Raster der Zukunft

Visuelle Ordnung und intuitive Orientierung

Der Entwurf „Raster der Zukunft“ schafft visuelle Ordnung, bietet intuitive Orientierung und bildet das Fundament für maximale Anpassungsfähigkeit, ohne den Aspekt der Ordnung zu verlieren. Er fungiert dabei als ordnendes Raumgefüge, das Orientierung schafft und gleichzeitig eine maximale Flexibilität der Grundrissorganisation zulässt. Das modulare Mobiliar sorgt für einen fließenden Wechsel zwischen konzentrierter Einzelarbeit, dynamischen Gruppenprozessen, klassischer Wissensvermittlung und technologisch gestützter Forschung. Großzügige, wandelbare Strukturen bieten dabei nicht nur vielseitigen Stauraum, sondern dienen gleichzeitig als anpassbare Flächen, um Projekte und Modelle individuell in Szene zu setzen. Offene Begegnungsorte und flexible Sitzgelegenheiten fördern spontane Kommunikation, Vernetzung und somit die Gemeinschaft.

Schnitt-Stelle – natürliches Lernen

Mit direktem Bezug zum Studiengang

Das Gestaltungskonzept orientiert sich an der natürlichen Maserung eines Silberahorns und schafft damit einen direkten Bezug zum Studiengang Holzingenieurwesen. Die Maserung überträgt der Entwurf auf Wand, Boden und Decke. Die Holzflächen leiten sich aus derselben Stammstruktur ab und ergeben gedanklich zusammengesetzt den Querschnitt des Baumstamms. So entsteht ein einheitliches Gestaltungselement, das den Werkstoff Holz räumlich erlebbar macht. Aus der auf dem Boden dargestellten Holzmaserung ergibt sich der Absatz der Aufenthaltszone. Es entstehen 3 klar definierte Bereiche, eine Lern-, eine Aufenthalts- und eine Kommunikationszone. Trotz der Unterteilung bleibt der Raum als zusammenhängendes Ganzes erlebbar. Auch die Poufs, also die kompakten Hocker, leiten sich aus der Maserung ab. Sie lassen sich bei Bedarf flexibel im Raum verteilen oder zu einem kompakten Element zusammenschieben, das bündig an den Absatz anschließt. So entsteht eine flexible Kommunikationsfläche, die sich an unterschiedliche Nutzungsszenarien anpassen lässt.

Kontrast als Grundlage

Eine Verbindung von Arbeits- und Veranstaltungsbereich mit einem Erholungs- und Kommunikationsbereich

Der Entwurf verbindet einen Arbeits- und Veranstaltungsbereich mit einem Erholungs- und Kommunikationsbereich. Unterschiedliche Materialien, Farben und Raumzonen schaffen Kontraste und fördern gleichzeitig den Austausch zwischen den Nutzenden. Flexible Tischgruppen machen unterschiedliche Arbeitsformen möglich – von Gruppenarbeit bis hin zu Workshops und Präsentationen. Eine Trennwand strukturiert den Raum und schafft gleichzeitig Sichtbeziehungen zwischen den beiden Nutzungsbereichen. Die Holzverkleidung schafft eine warme Atmosphäre und reduziert den nüchternen Charakter des Bestands. Weiße Melaminflächen lockern die Gestaltung auf. Blaue Akzente kennzeichnen den digitalen Arbeitsbereich, während Orange für Kommunikation und Bewegung steht.

Connect Lab

Ein Ort der Vernetzung

Das Connect Lab für Digitale Produktionstechnik dient als Ort der Vernetzung, an dem Menschen aus unterschiedlichen Kompetenzfeldern zusammenkommen, gemeinsam arbeiten und Ideen entwickeln. Das Raumkonzept basiert auf bewussten Kontrasten: flexibel und stabil, organisch und geometrisch, digital und analog. So entstehen klar erkennbare Funktionsbereiche. Die flexible Arbeitszone mit trapezförmigen, kombinierbaren Sitzelementen eignet sich für Vorlesungen, Gruppenarbeiten und Workshops. 

Die organisch gestaltete Ruhezone bietet Raum für konzentriertes Arbeiten, Austausch und Erholung. Ein geschwungenes Regal verbindet beide Bereiche und integriert den Stellplatz des Cobots als beidseitig nutzbares Element. Regionale Ahornholzoberflächen sowie Stoffe der Serie Chili von Gabriel kommen zum Einsatz. Eine Wand aus Restholz greift den Holzingenieurwesen-Studiengang auf und macht Nachhaltigkeit sichtbar. So entwickelt sich das Connect Lab zu einem inspirierenden Ort für Austausch, Kreativität und Zusammenarbeit.

Vertraut, aber neu gedacht

4 funktionale Zonen

Das Raumkonzept des Labors verbindet 4 funktionale Zonen für Vorlesungen, Präsentationen, Besprechungen und zum Experimentieren. Die Vorlesungszone setzt auf Dynamik durch ein Smart-Board und von der Decke gehängte, höhenverstellbare Tische. Ein Regal trennt sie von der Besprechungszone ab, die das gestalterische Herzstück bildet. Um den Bezug zum Studiengang Holzingenieurwesen direkt im Raum erlebbar zu machen, vereint der Tisch Holzhandwerk und moderne Technik. Seine Platte ist einer Holzmaserung nachempfunden, während die Tischbeine in vereinfachter Form das Profil eines Cobot-Arms aufgreifen. Eine darüber schwebende Glaslamellen-Skulptur hebt den Bereich zusätzlich hervor. Die Präsentierzone nutzt Wand-Whiteboards aus recycelten Tischplatten sowie eine der gebogenen Wand angepasste Kommode als Präsentations- und Stauraumfläche. Abgerundet wird der Raum durch die Experimentierzone mit einem kollaborativen Roboter und einem deckenhohen Schrank neben der Tür.

HIA 225

Ein flexibles digitales Raumlabor mit Cobot-Arbeitsplatz

Das digitale Raumlabor transformiert einen ehemaligen Multimediaraum in ein flexibles digitales Raumlabor mit Cobot-Arbeitsplatz, also einem Arbeitsplatz für die Zusammenarbeit mit Robotern. Grundlage des Konzepts sind Suffizienz, Nachnutzung und Anpassungsfähigkeit. Der Entwurf verwendet bestehende Materialien werden weiter und nutzt sie um, Gebrauchsspuren bleiben als sichtbarer Teil der Raumidentität erhalten. Die Raumstruktur gliedert sich in Arbeits-, Aufbewahrungs- und Rückzugsbereiche. Ein Regal mit Vorhang schafft eine informelle Rückzugszone, während offene Flächen Zusammenarbeit fördern. Deckenmontierte Stromanschlüsse machen eine flexible Möblierung und unterschiedliche Nutzungsszenarien möglich. Als konstruktive Basis dienen modulare Aluminiumprofilsysteme, die sich ohne Materialverlust an veränderte Anforderungen anpassen lassen. Das Konzept ergänzt sich durch Second-Hand-Möbel, B-Ware und Restposten. Helle Farben und Materialien kompensieren die Nordorientierung des Raumes. Das Labor verbindet Hightech und Handwerk und stellt die produktive Beziehung zwischen Mensch und Technologie in den Mittelpunkt.

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