HAWK-Studierende forschen am Gesundheitscampus Göttingen zu Lösungen
Dana Hansel, Lara Kurt, Anna Lena Moggert und Charlotte Sonnabend studieren am Gesundheitscampus in Göttingen, einer Kooperation der HAWK und der Universitätsmedizin Göttingen (UMG), sie hat bei ihrer Forschung besonders überrascht, wie stark Hitze bereits heute den Pflegealltag belastet. Dabei stellten sie fest, dass die Gesundheit von Mitarbeitenden und die Sicherheit der Bewohner*innen unmittelbar voneinander abhängen. Die gute Nachricht: viele wirksame Hitzeschutzmaßnahmen sind bereits ohne große finanzielle Investitionen umsetzbar, so das Forschungsteam.
„In der Lehrveranstaltung Planetary Health beschäftigen wir uns intensiv mit den Auswirkungen der Klimakrise auf die Gesundheit der Menschen. Das ist aber nicht genug: Typisch für unseren Masterstudiengang ist es mit dem Hitzeschutzkonzept gelungen, die Theorie in die Praxis zu übersetzen, in diesem Fall partizipativ mit Beschäftigten und Bewohnenden, um sie künftig besser bei hohen Temperaturen zu schützen“, so Dozentin Prof. Dr. Sinje Gehr. Die aufgrund des Klimawandels steigende Zahl heißer Tage und Tropennächte wirke sich erheblich auf sensible, sogenannte vulnerable Personengruppen aus. Diese vor allem älteren und pflegebedürftigen Menschen seien aufgrund altersbedingter physiologischer Veränderungen, chronischer Erkrankungen sowie medikamentöser Therapien oftmals sehr hitzeempfindlich. Die gesellschaftliche Alterung verstärke diese Problematik. „Pflegeeinrichtungen haben dadurch immer häufiger mit den Folgen von Hitzeperioden zu tun. Ohne angemessene Strategien besteht die Gefahr von gesundheitlichen Risiken, Versorgungsausfällen und sinkender Pflegequalität“, so Gehr.
Neben der stärkeren Sensibilisierung für besonders hitzegefährdete Bewohner*innen konnte eine passende Kühltasche für heiße Tage mit schnell verfügbaren Handlungshilfen entwickelt werden. Die Kombination von zum Beispiel kurzfristigen Maßnahmen wie Raumkühlung und Trinkmanagement mit langfristigen organisatorischen und baulichen Anpassungen soll in Zukunft Wirkung zeigen.
„Unser Konzept bringt hierbei einen direkten Nutzen für die Einrichtung und die Menschen vor Ort“, resümiert Studentin Lara Kurt stolz über das Endergebnis. „Das Projekt war ein richtiger Glücksfall für uns“, sagt Benjamin Bode. Gerade der partizipative Ansatz, erhöhe jetzt auch die Wahrscheinlichkeit, dass die neuen Handlungsstrategien auch zur Anwendung kommen. „Für Hitzewellen fühlen wir uns jetzt besser gewappnet“, so Bode.
Ziel der HAWK ist es, künftig weitere Pflegeheime bei der Erstellung individueller Hitzeschutzkonzepte zu unterstützen und somit die Versorgungssicherheit und das Wohlbefinden aller Beteiligten nachhaltig zu sichern.
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