Studierende, Lehrende und Mitarbeitende treffen sich zum gemeinsamen zocken

Erscheinungsdatum: 10.07.2026

Brettspiele statt Vorlesungen: Das HAWK-Gebäude Goschentor verwandelte sich für einen Nachmittag zur Spielfläche. Zwischen Regalen voller Gesellschaftsspiele und einer Spielekonsole kamen Studierende, Lehrende und Mitarbeitende der HAWK zu „Gemeinsam HAWK beSPIELEN“ zusammen. Eingeladen hatten das Projekt „HAWK gemeinsam gestalten“, die Servicestelle Qualität in der Lehre und der Verein Brettspielfreunde Hildesheim e.V. Der Nachmittag soll der Auftakt für weitere Formate sein. 

Am Anfang steht im Foyer eine kurze Kennenlernrunde im Halbkreis. Daneben gibt es Stellwände für Feedback und weitere Informationen. Dann geht es direkt zu Spieleboxen und Controllern. Im Seminarraum summen bereits eine Switch und ein Beamer leise vor sich hin.  „Das Ziel ist, die Hochschule zu beleben, auch mal Dinge durchzuführen, die vielleicht für Studierende und Mitarbeitende eher in der Freizeit liegen“, erläutert Dr. Markus Kieselhorst, Mitorganisator der Initiative, das Konzept. Im Mittelpunkt stehe der Gedanke, die Hochschule stärker als Lebens- und Begegnungsraum zu nutzen.

Diese Mischung aus informellem Treffen und strukturiertem Angebot gehört zur strategischen Idee der Initiative. Die HAWK soll als Sozialraum entdeckt und weiterentwickelt werden. Dazu gehören neue Lehrformate, alternative Prüfungsformen und gestaltete Orte, aber auch niedrigschwellige gemeinsame Aktivitäten.

 

Eine Gruppe beginnt sofort mit einem etwas komplizierteren Strategie-Brettspiel. Am Nachbartisch liegt ein Spielbrett, Skitter,  auf dem zwei Spieler*innen kleine Metallscheiben mit Fingerschnipsen hin- und herbewegen. „Das ist ein Geschicklichkeitsspiel im weitesten Sinne. Das ist ein Board, wo Metallscheiben geschnipst werden, im Spielfeld Magneten eingelassen sind, und so versucht man dann, Punkte zu machen“, erklärt Ben Lantzsch, Mitglied des Vorstands bei Brettspiele e.V.

Für die große Auswahl an Spielen sorgte sein Verein. Er reiste mit zwei gut gefüllten Regalen an. 
„Wir wurden für dieses Format angefragt, um Spiele mitzubringen, aber natürlich auch, um diese Spiele interessierten Menschen, Studierenden und Mitarbeitenden hier zu erklären“, sagt Vereinsvorstandsmitglied Ben Lantzsch. Der Verein stellte die Auswahl vorab gezielt zusammen. Im Vordergrund stehen leicht zugängliche Spiele mit überschaubaren Regeln und moderater Spieldauer. Dazu kommen bekannte „Spiel des Jahres“-Titel und kleinere Kartenspiele. So sollen auch Teilnehmende ohne Vorerfahrung spontan einsteigen können.

Neben dem auffälligen Brettspiel werden auch Würfelspiele gespielt, bei denen größere Gruppen gemeinsam Punkte sammeln und taktische Entscheidungen treffen. Eine der Mitspieler*innen ist Yuan Ye. Sie studiert Gestaltung mit Schwerpunkt Grafikdesign und fühlte sich von der Einladung angesprochen. „Ich bin hier, weil ich einmal schauen wollte, welche Spiele es hier gibt. Ich bin interessiert an Brettspielen, seitdem ich klein bin“, sagt sie. Besonders hebt sie hervor, wie leicht sich über das Spielen Kontakte knüpfen lassen: „Ich finde das wundervoll. Das ist eine Möglichkeit, neue Menschen kennenzulernen und dann auch zu spielen. “ 
 

Das bestätigt auch ihre Kommilitonin am Spieltisch. „Und auch um mal etwas Neues auszutesten. Ich habe davon über Insta gehört“, sagt sie und freut sich, dass ein solches Format an der Hochschule stattfindet, da sie grundsätzlich gern spiele.

 

Aus Sicht der HAWK-Organisator*innen erfüllt der Nachmittag mehrere Funktionen zugleich. Dr. Markus Kieselhorst ordnet das Format ausdrücklich in die strategische Linie der Initiative „HAWK gemeinsam gestalten“ ein. Dazu gehören neben Lehr- und Prüfungsformen auch die Gestaltung von Hochschulorten, an denen Gemeinschaftserleben möglich werde: „Das Spektrum der möglichen Aktivitäten ist bewusst breit gedacht und reicht von akademischen Podiumsdiskussionen bis hin zu eher freizeitorientierten Angeboten wie diesem Spielenachmittag“, sagt er.

Die Veranstaltung ist zugleich Pilot und Testfeld für künftige Maßnahmen. Im Vordergrund stand deshalb auch das Lernen aus dieser Aktion.

Die rund vierstündige Veranstaltung zeigt, dass sich das offene Format bewährt. Es ist im Laufe der Veranstaltung ein „fröhliches Kommen und Gehen“, wie Kieselhorst feststellt. Am Ende werden mehr als 20 Teilnehmende gezählt.

Das Team setzte in der Vorbereitung bewusst auf eine gute Mischung: kurze Spiele für zwischendurch, strategische Titel für längere Runden und Konsolenspiele, die andere Gruppen anziehen. „Wir bringen hier Leben in die Bude“, beschreibt Ilsemann die Grundidee. Die HAWK solle auch als Ort wahrgenommen werden, an dem eigene Ideen Raum finden und in Aktivitäten münden können. Denkbar seien etwa Stricknachmittage oder ähnliche Treffen, die aus der Hochschulöffentlichkeit heraus entstehen. Veranstaltungen mitzuplanen oder selbst Aktivitäten auf die Beine zu stellen, fördere nicht nur die soziale Integration und die Selbstwirksamkeit am Campus, sondern auch das Gefühl, das Hochschulleben aktiv mitgestalten zu können. Veranstaltungen mitzuplanen oder selbst Aktivitäten auf die Beine zu stellen, fördere nicht nur die soziale Integration und die Selbstwirksamkeit am Campus, sondern auch das Gefühl, das Hochschulleben aktiv mitgestalten zu können.

 

Auch Gamification und Game-based Learning bilden einen Strang des Nachmittags, angeboten durch Christoph Truthe, Servicestelle für Qualität in der Lehre. Hier sind eher Lehrende angesprochen. Sie sollen spielebasierte Lernkonzepte aus der Perspektive der Spielenden erleben, um sie später in Lehrveranstaltungen übertragen zu können. Das ist eine gute Gelegenheit, Werkzeuge und Methoden, die an der HAWK bereits vorhanden sind, praktisch kennenzulernen. Planspiele wie „Sustain 2030“ zur Nachhaltigkeit, die bei künftigen Terminen eingesetzt werden sollen, knüpfen an diesen Ansatz an und eignen sich auch für standortübergreifende Veranstaltungen.

 

Gleichzeitig richtet sich der Blick auf die weitere Entwicklung des Formats. 
Am Ende des Tages ziehen die Beteiligten ein positives Fazit. „Ich finde es gelungen“, sagt Kieselhorst. Der Nachmittag habe gezeigt, dass ein offener Rahmen sinnvoll sei, um auf die Dynamik der Anwesenden eingehen zu können. 
Beide Organisator*innen können sich gut vorstellen, die Idee von niedrigschwelligen Angeboten an anderen HAWK-Standorten wie Holzminden und Göttingen aufzugreifen und später auch digitale Formate wie E-Sports-Wettbewerbe einzubinden. Noch einen Schritt weiter geht die Überlegung, das Nachhaltigkeits-Planspiel „Sustain 2030“ zu nutzen und Hildesheim, Holzminden und Göttingen in einem gemeinsamen Szenario miteinander zu verbinden. 
Für Ilsemann bestätigt sich, dass das Setting im vorderen Bereich des Goschentors mit Sitzecke, Konsole und Spieltischen den richtigen Rahmen bot, um ohne große Schwelle gemeinsam ins Gespräch und ins Spiel zu kommen. 
Hochschulangehörige, die das Konzept unterstützen möchten, können sich jederzeit mit eigenen Ideen, Fragen oder dem Wunsch nach Unterstützung an das Team wenden. Mehr Informationen zum HAWK Gemeinsam Gestalten, auch Handreichungen, finden sich unter www.hawk.de/gemeinsam-gestalten 
 

HAWK gemeinsam gestalten
Hohnsen 4
31134 Hildesheim