Auszeichnung in der Kategorie „Hardware“ für digitales Batteriepass-System

Erscheinungsdatum: 10.03.2026

Erster Platz in der Kategorie Hardware: Mit ihrer entwickelten Mess- und Cloudlösung hat die ioncentric GmbH den Embedded Award 2026 gewonnen. Das Unternehmen entstand aus Forschungsarbeiten an der HAWK und verbindet wissenschaftliche Ansätze mit industrieller Anwendung. Der Preis wurde am 10. März auf der embedded world Exhibition & Conference in Nürnberg verliehen und zählt zu den renommiertesten internationalen Auszeichnungen für Embedded-Systeme. 

Das Göttinger Unternehmen überzeugte die Fachjury mit seiner kombinierten Hard- und Cloudlösung „eiscube & ioneis cloud“, die eine kontinuierliche, digitale Zustandsüberwachung von Batterien und elektrischen Industrieprodukten ermöglicht. Die Technologie bildet zugleich die Grundlage für künftige digitale Batterie- und Produktpässe gemäß der neuen EU-Batterieverordnung, die ab 2027 gilt. Embedded-Systeme sind spezialisierte Computersysteme, die als Teil eines größeren technischen Geräts fest eingebettet sind und dort bestimmte Aufgaben steuern oder überwachen

Die ioncentric GmbH, gegründet im August 2025, entstand aus Forschungs- und Entwicklungsarbeiten an der HAWK. Zu den Gründern gehört Prof. Dr. Salvatore Sternkopf, Professor an der Fakultät Ingenieurwissenschaften und Gesundheit am Hochschulstandort Göttingen. Das Unternehmen entwickelt Technologien zur digitalen Überwachung von Batterien und anderen elektrischen Industrieprodukten während ihres gesamten Lebenszyklus.

„Die Innovationskraft der Embedded-Community ist auch 2026 beeindruckend. Wir beobachten eine kontinuierliche technologische Verdichtung: KI-Funktionen wandern an den Rand, Vision-Systeme werden intelligenter, und hochkomplexe Hardware wird gleichzeitig energieeffizienter und skalierbarer“, erklärte Prof. Dr.-Ing. Axel Sikora, Chairman der embedded world Conference und Mitglied der Jury.

Die neue EU-Batterieverordnung bildet den Hintergrund der Entwicklung. Ab 2027 müssen Industrie-, Fahrzeug- und Energiespeicherbatterien digitale Produktpässe tragen, die Herkunft, Materialeinsatz, CO₂-Bilanz sowie Nutzung und Recyclingfähigkeit dokumentieren. 
In der Praxis stellt die fortlaufende Aktualisierung dieser Daten viele Unternehmen vor Herausforderungen. Produktionsdaten, Betriebsinformationen und Wartungshistorien sind oft in getrennten Systemen gespeichert, während belastbare Zustandsdaten im laufenden Betrieb fehlen.

Die für den Award eingereichte Lösung der ioncentric GmbH kombiniert integrierbare Messhardware mit einer Cloudplattform, sodass physische Industrieprodukte kontinuierlich überwacht und relevante Daten automatisch zusammengeführt werden. Kern der Technologie ist ein kompaktes Messgerät, das direkt an Batterien oder andere elektrische Systeme angeschlossen wird und kontinuierlich elektrische Signaturen und Veränderungen erkennt. So können die Daten verschlüsselt auf eine Cloudplattform übertragen und ausgewertet werden, wo sie für digitale Produktpässe nutzbar sind.

Die Technologie eignet sich nicht nur für Batterien: „Auch Generatoren, Leistungselektronik oder stationäre Energiespeicher in Industrieanlagen oder erneuerbaren Energiesystemen lassen sich auf ähnliche Weise überwachen“, so Salvatore Sternkopf.

Für die HAWK steht die Nominierung exemplarisch für den erfolgreichen Transfer von Forschungsergebnissen in marktfähige Anwendungen. Ausgründungen wie ioncentric zeigten, wie wissenschaftliche Expertise aus der Hochschule in konkrete industrielle Lösungen überführt werden könne, so Dr. Lars ten Bosch, Leiter der Stabstelle Forschung und Transfer an der HAWK: „Die Nominierung für den Embedded Award 2026 verdeutlicht, dass Innovationen aus dem Hochschulumfeld auch international Beachtung finden und zunehmend eine Rolle bei der Entwicklung neuer industrieller Technologien spielen“ 
 

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Prof. Dr. rer. nat. Salvatore Sternkopf
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