Ruven Stünkel stellt Forschungsprojekt „Energie aus Trinkwasser“ vor
Ruven Stünkel, B.Eng.-Absolvent des Studiengangs Green Building an der HAWK, stellte sein Projekt „Energie aus Trinkwasser – Deutschlands ungenutzte Wärmequelle“ im Deutschen Bundestag vor. Die Ausstellung „Poster im Bundestag“ bietet Forschenden aus ganz Deutschland die Möglichkeit, ihre Arbeiten zu präsentieren und mit Abgeordneten ins Gespräch zu kommen.
„Viele Politikerinnen und Politiker haben direkt signalisiert, dass sie sich über ihre Kanäle in das Thema einbringen wollen, weil die Idee gerade mit Blick auf Energiewende und Wirtschaftlichkeit spannend ist“, berichtet Stünkel. Er erläuterte, wie bestehende Infrastrukturen zur Wärmegewinnung (sog. „blauer Energie“) genutzt werden können, ohne zusätzliche Ressourcen zu erschließen.
Sein Ansatz berührt sowohl technische als auch energiepolitische Fragestellungen und fügt sich in aktuelle Debatten zur nachhaltigen Energieversorgung ein. „Das Potenzial ist riesig, aber wir nutzen derzeit nur einen absoluten Bruchteil davon“, sagt er mit Blick auf die bislang ungenutzte Abwärme aus Trinkwassernetzen.
Die Ausstellung, die unter dem Leitmotiv der Wissenschaftsfreiheit steht, dient als Schnittstelle zwischen Forschung und Politik. Bundestagsvizepräsidentin Andrea Lindholz betonte zur Eröffnung die Bedeutung unabhängiger wissenschaftlicher Arbeit für demokratische Prozesse. In diesem Umfeld präsentierte Stünkel sein Poster und nutzte die Gelegenheit, seine Inhalte zahlreichen Bundestagsabgeordneten zu erläutern.
Während der Veranstaltung führte Stünkel Gespräche mit Abgeordneten verschiedener Fraktionen, darunter Finanzminister und SPD-Vorsitzender Lars Klingbeil, Dr. Matthias Miersch (SPD Hannover) und Johannes Schraps (SPD Holzminden), Timon Dzienus (Grüne Hannover), Dr. Hendrik Hoppenstedt (CDU Hannover) sowie Vivian Tauschwitz (CDU Heidekreis).
Besonders eindrücklich war für ihn der Austausch mit dem Holzmindener Bundestagsabgeordneten Johannes Schraps: „Er hat sich sehr viel Zeit genommen, nachgefragt und versucht, das Thema im Detail zu verstehen – das hat mir gezeigt, dass ihm die Perspektive aus dem eigenen Wahlkreis wichtig ist.“
Die Ausstellung ist bewusst niedrigschwellig konzipiert: Poster ersetzen umfangreiche Vorträge, Gespräche entstehen spontan. Gleichzeitig eröffnet sich die Möglichkeit, Rückmeldungen aus einer Perspektive zu erhalten, die im wissenschaftlichen Alltag selten im Mittelpunkt steht. Stünkel bereitete sein Poster eigens für diese Zielgruppe auf, wie er erzählte: Statt Fachsprache zu benutzen, setzte er auf klare Bilder und eine verständliche Sprache, um seine zentrale Handlungsempfehlung – eine Anpassung der Trinkwasserverordnung zur Nutzung der Wärme aus Trinkwassernetzen – auf den Punkt zu bringen.
Zusätzlich wurde nun sein Forschungsprojekt auch für das Programm „Posters in the European Parliament“ ausgewählt. Diese Ausstellung beginnt am 10. November im Europäischen Parlament in Brüssel.
Die Ausstellung „Poster im Bundestag“ kann noch bis zum 17. Juli 2026 montags bis freitags von 9 – 17 Uhr im Paul-Löbe-Haus besucht werden.
Weitere Infos: https://uol.de/poster-im-bundestag.