Erscheinungsdatum: 04.02.2009

<P>Studienrichtung Konservierung und Restaurierung von Stein und Keramik engagiert sich bei Denkmälern in Niedersachsen</P>

Es gibt in Deutschland augenblicklich keine abgestimmte und allgemein anerkannte Methodik zur Langzeitkontrolle des Erhaltungszustandes (Monitoring) von Denkmälern aus Naturstein. Aus diesem Grund fördert die Deutsche Bundesstiftung Umwelt nun über zwei Jahre ein bundesweites Pilotprojekt als Modellvorhaben, mit dem einfache und verlässliche Messmethoden zur Langzeitkontrolle festgelegt werden sollen, welche von unterschiedlichen Personen noch nach Jahren sicher angewendet und interpretiert werden können. Ein Endprodukt wird ein Leitfaden für Sachverständige sein, der die Messmethoden, deren Anwendung und Auswertung umfasst.

Hintergrund des bundesweiten Forschungsprojektes sind gravierende Umweltbelastungen durch Feinstaub, Stickoxide, Ozon und Schwefeldioxid, denen Natursteindenkmäler trotz unbestreitbarer Verbesserungen bei der Luftreinhaltung immer noch ausgesetzt sind. Diese Schadstoffe tragen neben den natürlichen Verwitterungsfaktoren und fehlerhaften Restaurierungsmaßnahmen der Vergangenheit zum Verfall von Natursteinmonumenten bei und reduzieren die Wirksamkeit und Dauerhaftigkeit von Erhaltungsmaßnahmen.

Ziele des Vorhabens im bundesweiten Verbund namhafter Wissenschaftsinstitutionen sind:

  • eine einheitliche, auf möglichst einfach auszuführenden Messungen beruhende Methodik für das Monitoring von Natursteindenkmälern und die Wirksamkeitskontrolle von Konservierungsmaßnahmen zu entwickeln
  • am Beispiel ausgewählter und gut dokumentierter Objekte Aussagen zum mittel- und langfristigen Konservierungserfolg der gewählten Steinkonservierungsmittel zu treffen
  • Denkmaleigentümern und Denkmalfachbehörden einen Leitfaden in die Hand zu geben, mit dem zu einer kostengünstigen und nachhaltigen Pflege von Denkmalen aus Naturstein beigetragen werden kann

Insgesamt sollen 34 in der Vergangenheit konservierte Objekte im Rahmen dieses Projektes nachuntersucht werden. In Niedersachsen sind dies:
-die Stiftskirche in Fredelsloh
-das Rathaus in Osnabrück
-das Jagdschloß Clemenswerth in Sögel

In der Fakultät Erhaltung von Kulturgut engagieren sich mehrere Studierende in diesem Projekt. Die Betreuung wird durch Dr. Erwin Stadlbauer vom Referat Fachdienste/ Restaurierung des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege (Honorarprofessur an der HAWK), Dipl.-Restaurator Gerhard D'ham, Professor akad. Restaurator Jan Schubert, Dipl.-Restauratorin Heike Leuckfeld (Kooperationsstelle HAWK/NLD) und Dipl. Designerin Elke Behrens (NLD) übernommen. Es sind mehrere Masterarbeiten zu den genannten Objekten geplant.

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt trägt mit dieser Maßnahme zur Abarbeitung eines Desiderates der Materialwissenschaften in der Denkmalpflege bei, die eine systematische Auswertung eines umfassenden Engagements in der Steinkonservierung der letzten Jahrzehnte als wesentliche Grundlage für die Weiterentwicklung der vorhandenen Mittel versteht.

Quelle:
Projektantrag “Steindenkmäler im Einfluss anthropogener Umweltverschmutzung – Entwicklung von Methoden und Kriterien zur Langzeitkontrolle von Verwitterung und Konservierung“, Dresden 2007
erstellt von:
Dipl.-Ing. Stefan Weise, Institut für Diagnostik und Konservierung, Dresden
in Zusammenarbeit mit:
Prof. Dr. Rolf Snethlage, Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, München
Dr. Michael Auras, Institut für Steinkonservierung e.V., Mainz

Studienrichtung Konservierung und Restaurierung von Stein und Keramik engagiert sich bei Denkmälern in Niedersachsen

Jagdtrophäe aus Baumberger Kalksandstein am Jagdschloss Clemenswerth in Sögel (Foto:Rober Jagdtrophäe aus Baumberger Kalksandstein am Jagdschloss Clemenswerth in Sögel  (Foto:Rober