Prof. Dr. Rußmann ist erster Wissenschaftler einer HAW mit ERC Advanced Grant
„Der ERC Advanced Grant für FEMTOMICS ist ein Meilenstein für die HAWK und ein starkes Signal für die Leistungsfähigkeit der Hochschulen für angewandte Wissenschaften“, betont Prof. Dr. Jörg Lahner, Präsident (m. d. W. d. G. b.) und Vizepräsident für Forschung und Transfer an der HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim/Holzminden/Göttingen. „Diese Auszeichnung macht unsere Forschung international sichtbar und stärkt den Forschungsstandort Niedersachsen nachhaltig.“
Mit FEMTOMICS untersucht das Forschungsteam, wie fundamentale biologische Prozesse in Zellen zeitlich koordiniert ablaufen. Im Fokus steht die Frage, wie Gene reguliert werden und wie diese dynamischen Prozesse Gesundheit und Krankheit beeinflussen. Dafür entwickeln die Wissenschaftler*innen eine neuartige Technologieplattform, die modernste Lasertechnologie mit Methoden der Genomik, Proteomik und künstlichen Intelligenz (KI) verbindet.
Ziel ist es, die Regulation von Genen mit bislang unerreichter zeitlicher Auflösung und Informationsdichte zu untersuchen. Dabei sollen nicht nur die beteiligten Proteine identifiziert, sondern gleichzeitig deren exakte Bindungsstellen auf der DNA bestimmt werden. Ergänzend werden Veränderungen im Transkriptom (Gesamtheit der RNA-Moleküle) und im Methylom (epigenetische Veränderungen der DNA) erfasst. So entsteht ein umfassendes Bild der molekularen Prozesse, die die Aktivität von Genen steuern.
Als biologisches Modellsystem dient Brustkrebs. An diesem Beispiel untersucht das Team die dynamischen Mechanismen der Genregulation und deren Bedeutung für die Entstehung und Entwicklung der Erkrankung. Die im Rahmen von FEMTOMICS entwickelten Methoden sind jedoch grundsätzlich auf zahlreiche Fragestellungen der Biologie und Medizin übertragbar und könnten künftig in vielen Bereichen der Grundlagenforschung und biomedizinischen Forschung Anwendung finden.
„Mit FEMTOMICS wollen wir die dynamischen Prozesse entschlüsseln, die bestimmen, wann und wie Gene reguliert werden. Ein besseres Verständnis dieser Mechanismen könnte neue Perspektiven für die Erforschung von Krankheiten und die Entwicklung zukünftiger Therapien eröffnen“, erklärt Projektleiter Prof. Dr. Christoph Rußmann.
Zum internationalen FEMTOMICS-Team gehören neben den Wissenschaftler*innen der HAWK-Fakultät Ingenieurwissenschaften und Gesundheit auch Forschende der Universität Kopenhagen aus der Arbeitsgruppe von Dr. Michael Wierer, einem international anerkannten Experten auf dem Gebiet der Proteomik und Massenspektrometrie.
ERC Advanced Grants werden ausschließlich an etablierte Wissenschaftler*innen mit herausragenden Forschungsleistungen vergeben. Die Auswahl erfolgt in einem mehrstufigen Verfahren durch ein internationales Gremium von Expert*innen. Gefördert werden visionäre Projekte mit dem Potenzial, wissenschaftliches Neuland zu erschließen und ganze Forschungsfelder nachhaltig zu verändern.
Mit FEMTOMICS baut die HAWK ihre internationale Forschungsstärke in den Bereichen Photonik, Life Sciences und Künstliche Intelligenz weiter aus und setzt neue Maßstäbe für Forschung an Hochschulen für angewandte Wissenschaften.