HAWK beteiligt sich an hochschulübergreifendem Verbundprojekt „LernKI“
Die LernKI wird auf der datenschutzkonformen KI-Plattform HAWKI basieren, einer Entwicklung des Interaction Design Lab der HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim/Holzminden/Göttingen. Ziel ist es, Studierende und Lehrende zu unterstützen, ohne dabei menschliche Beziehungen zu ersetzen oder neue Abhängigkeiten zu schaffen. „Wir wollen unseren Studierenden gute Werkzeuge an die Hand geben, um erfolgreich zu studieren und in ihren Fähigkeiten wachsen zu können“, erklärt Prof. Katja Scholz-Bürig, HAWK-Vizepräsidentin für Studium und Lehre. „KI gehört für uns heutzutage selbstverständlich dazu. Wir wollen, dass unsere Studierenden KI verstehen, selbstverständlich anwenden und so für sich und ihre spätere Berufstätigkeit bestmöglich nutzbar machen können.“
Die LernKI ist ein digitales didaktisches System, das Studierende beim Lernen unterstützt. Es hilft dabei, Inhalte besser zu verstehen, den Lernprozess zu strukturieren und sich auf Prüfungen vorzubereiten. „Besonders zu Beginn des Studiums kann die LernKI helfen, schneller anzukommen und Sicherheit zu gewinnen“, erklärt Projektleiter Tim Grzabka von der Jade Hochschule.
Auch für Lehrende bringt das Projekt spürbare Vorteile. Die LernKI übernimmt unterstützende Aufgaben, etwa bei der Vorbereitung von Lehrveranstaltungen oder bei der Rückmeldung von Übungen, sodass Lehrende mehr Zeit für die persönliche Betreuung der Studierenden haben.
Im Zusammenspiel von Studierenden, Lehrenden und der LernKI entsteht eine neue Form des gemeinsamen als auch individuellen Lernens. Neben den Menschen wirkt ein digitaler Lernbegleiter mit, der alle Seiten unterstützt. Das verändert den Studienalltag nachhaltig und schafft mehr Nähe und Vertrauen im Lernprozess.
Ein zentrales Prinzip des Projektes ist auch das Mitdenken von Grenzen. „Die LernKI soll keine eigenen Beziehungen aufbauen und schon gar nicht die Beziehung zwischen Lehrenden und Studierenden ersetzen“, betont Grzabka. Lernprozesse bleiben menschlich verantwortet, pädagogische Entscheidungen treffen weiterhin die Lehrenden.
In weniger als 2 Jahren soll eine erste nutzbare Version der neuen LernKI für verschiedene Fachgebiete zur Verfügung stehen. Danach wird die Projektgruppe das System weiterentwickeln und in den Hochschulen verbreiten. Ziel ist es, das Lernen individuell passender und persönlich erfolgreicher zu gestalten. „Aufgrund unserer langjährigen Erfahrung in der Erforschung und Gestaltung von Interaktionsräumen mit generativer KI konnten wir mit HAWKI eine KI-Plattform schaffen, die das Fundament und die tragende Infrastruktur der LernKI bildet. Dadurch verkürzen sich auch die Entwicklungsschritte im Verbundprojekt und wir können somit viel besser auf die rasanten Entwicklungen im Bereich der KI reagieren und diese aktiv mitgestalten“, ergänzt Prof. Stefan Wölwer, der das Lehrgebiet Interaction Design an der HAWK vertritt und im Verbundprojekt mitwirkt.
Zum Kooperationsprojekt LernKI
Das Projekt läuft zunächst für 4 Jahre, eine Verlängerung ist möglich. Besonders einzigartig ist die enge Kooperation der beteiligten Akteure: Mit der Ostfalia Hochschule Braunschweig-Wolfenbüttel, der Hochschule Emden/Leer, der Hochschule Hannover, der Hochschule Osnabrück, der Jade Hochschule und der HAWK arbeiten alle 6 niedersächsischen Hochschulen für angewandte Wissenschaften sowie die Universität Osnabrück gemeinsam daran, die Hochschulen stärker miteinander zu vernetzen und eine gemeinsame Wissensbasis aufzubauen, von der alle profitieren.
Gerade darin sehen die beteiligten Hochschulen eine große Chance: KI nicht als gefälliges System zu entwickeln, das sich unkritisch anpasst oder Filterblasen verstärkt, sondern als didaktisiertes Werkzeug, das individuelle Stärken und Lernprozesse fördert. Die LernKI wird Schritt für Schritt entwickelt und direkt im Hochschulalltag erprobt. Dabei ist ein wichtiges Ziel, dass sich das System gut in bestehende digitale Lernangebote einbinden und sich flexibel an unterschiedliche Bedürfnisse anpassen lässt. Fachlich geschulte Ansprechpersonen an den Hochschulen begleiten die Einführung und unterstützen Lehrende und Studierende.