Das AMRL zeigt Ergebnisse auf den KWF-Thementagen
Vom 15. bis 18. Oktober 2026 zeigt das Team zudem seine Ergebnisse auf der INTERFORST in München, der internationalen Leitmesse für Forstwirtschaft und Forsttechnik. Unter dem Leitthema „Junge Wälder im Klimawandel“ zeigte das AMRL bei den KWF-Thementagen, wie seine hochautomatisierte mobile Roboterplattform zur Kultursicherung zum Einsatz kommen kann. Es zeigte, wie die Geräte etwa Fremdbewuchs entfernen und so sicherstellen, dass neu gepflanzte, junge Bäume erfolgreich anwachsen und sich zu einem stabilen Bestand entwickeln.
Kultursicherung als Herausforderung
Mit dem Pflanzen eines jungen Baumes ist die erfolgreiche Wiederbewaldung noch lange nicht abgeschlossen. Besonders in den ersten Jahren gilt es, junge Bäume regelmäßig zu kontrollieren und bei Bedarf zu pflegen. Gräser, Brombeeren, Farne und andere Begleitvegetation können mit den Setzlingen um Licht, Wasser und Nährstoffe konkurrieren oder sie vollständig überwachsen. Maßnahmen, um das erfolgreiche Anwachsen und die weitere Entwicklung der jungen Bäume zu sichern, umfassen im Rahmen der Kultursicherung etwa, junge Bäume zu kontrollieren und sie bei Bedarf von konkurrierender Vegetation freizustellen, also den Fremdbewuchs entsprechend zu entfernen.
Hier untersucht das Forschungsprojekt RoboForest des AMRL, wie eine hochautomatisierte mobile Roboterplattform mit georeferenzierter sensorbasierter Freischneidung und Vitalitätsüberwachung von Waldsetzlingen solche Aufgaben künftig unterstützen kann. Der Roboter soll sich selbstständig auf wiederaufgeforsteten Flächen bewegen, einzelne Setzlinge lokalisieren und wiederfinden sowie mithilfe moderner Sensorik Informationen über die jungen Bäume und ihr Umfeld erfassen. Darüber hinaus erforscht das Projekt, wie Roboter unerwünschten Begleitwuchs im unmittelbaren Umfeld der Setzlinge automatisiert und gezielt entfernen können. Damit verbindet RoboForest verschiedene Forschungsfelder wie autonome Navigation, Robotik, Sensorik und digitale Bestandskartierung mit einer konkreten Anwendung in der Forstwirtschaft.
Großes Interesse auf den KWF-Thementagen
Auf den KWF-Thementagen konnte das Team des AMRL seine bisherigen Projektergebnisse unmittelbar einem breiten Fachpublikum präsentieren. Die Roboterplattform und die damit verbundenen Forschungsansätze stießen auf ein besonders großes Interesse. Es gab zahlreiche Gespräche mit Menschen aus der Forstpraxis, der Wissenschaft, der Industrie und Verbänden und der KWF band den Stand des AMRL auch gezielt in organisierte Führungen für hochrangige Gäste und wichtige Stakeholder ein. So konnte das Forschungsteam mehrfach seine Arbeit unmittelbar gegenüber der Politik, leitenden Ebenen der Verwaltung und der Forstwirtschaft sowie der Industrie und Verbänden präsentieren und zukünftige Einsatzfelder autonomer Robotik im Wald diskutieren. „Für uns sind Veranstaltungen wie die KWF-Thementage ein wichtiger Bestandteil des Forschungs- und Technologietransfers“, erklärt Prof. Dr. Thomas Linkugel, Leiter des Autonomous Mobile Robotics Lab. „Wir können unsere Forschung dort direkt mit der forstlichen Praxis diskutieren und erhalten gleichzeitig wertvolle Rückmeldungen zu unseren technologischen Ansätzen. Daraus entstehen neue Fragestellungen und wichtige Impulse für die weitere Forschung.“
Robotik als Unterstützung für die Forstwirtschaft – Forschung trifft Praxis
Die Kultursicherung ist ein arbeitsintensiver Bereich der Forstwirtschaft. Gleichzeitig verändern der Klimawandel, großflächige Waldschäden und die damit verbundenen Anforderungen an Wiederbewaldung und Waldumbau die Rahmenbedingungen. Autonome Robotersysteme könnten demnächst dazu beitragen, Fachkräfte bei körperlich belastenden, zeitaufwendigen und wiederkehrenden Tätigkeiten zu unterstützen. Gleichzeitig liefert die eingesetzte Sensorik zusätzliche Daten über einzelne Setzlinge und den Zustand junger Waldbestände. Dabei geht es nicht darum, forstliche Fachkräfte zu ersetzen. Vielmehr untersucht das AMRL, an welchen Stellen autonome Systeme sinnvoll unterstützen und wie Mensch und Maschine bei zukünftigen forstlichen Arbeitsprozessen zusammenwirken können. Die Forschungsergebnisse aus RoboForest zeigen, wie sich Technologien aus der mobilen Robotik auf die besonderen Anforderungen des Waldes übertragen lassen. Unebene Böden, dichte Vegetation, wechselnde Lichtverhältnisse und die Notwendigkeit, einzelne kleine Setzlinge zuverlässig zu erkennen und wiederzufinden, stellen hohe Anforderungen an Navigation, Sensorik und Automatisierung.
Das AMRL konnte bei den KWF-Thementagen Forschungsansätze frühzeitig unter realitätsnahen Gesichtspunkten diskutieren und neue Anforderungen unmittelbar in die weitere wissenschaftliche Arbeit aufnehmen. „Gerade diese Verbindung von Forschung und Transfer ist für uns besonders wichtig“, betont Linkugel. „Wir möchten technologische Lösungen nicht isoliert im Labor entwickeln, sondern gemeinsam mit den Menschen, die später die Technik nutzen und Entwicklungen schaffen, die einen tatsächlichen Mehrwert für die Forstwirtschaft schaffen.“
Nächster Auftritt auf der INTERFORST in München
Vom 15. bis 18. Oktober 2026 stellt das AMRL zudem auf der INTERFORST in München, der internationalen Leitmesse für Forstwirtschaft und Forsttechnik, aus. Damit kann das Forschungsteam erneut seine Entwicklungen einem internationalen Fachpublikum aus Forstwirtschaft, Wissenschaft und Industrie vorstellen und den Austausch zwischen Forschung und praktischer Anwendung weiter ausbauen.