Prof. Dr. Miriam Schader hält Antrittsvorlesung an der HAWK in Holzminden

Erscheinungsdatum: 08.07.2026

Auf großes Interesse stieß die Antrittsvorlesung von Prof. Dr. Miriam Schader, seit September 2025 Professorin für Soziale Arbeit im Kontext gesellschaftlicher Transformationsprozesse an der Fakultät Soziale Arbeit. Rund fünfzig Gäste aus Wissenschaft, Studierendenschaft und der regionalen Öffentlichkeit verfolgten im Weserberglandforum und online den Vortrag zum Thema „Die autoritäre Meta-Drohung“. Prodekan Prof. Dr. Julian Sehmer eröffnete und moderierte die Veranstaltung.

In ihrer Vorlesung widmete sich Miriam Schader gesellschaftlichen Transformationen und Krisen, die uns alle aktuell vor große Herausforderungen stellen: globale Erwärmung, digitale Transformation und demographischer Wandel. Schader betonte zunächst, unsere Gesellschaft als Transformationsgesellschaft sei aufgefordert, politische Regelungen zu finden, um den Wandel hin zu einer guten Zukunft für alle zu gestalten.

Zukunftsorientierte Politik als Mittel gegen „die autoritäre Meta-Drohung“

Zugleich, so die Professorin, gewännen autoritäre, rechtsextreme und rechtspopulistische Parteien zunehmend an Einfluss und bedrohten unsere Demokratie. „Das schärfste Schwert dieser Parteien ist dabei das, was ich die autoritäre Meta-Drohung nenne“, so Schader. „Meta-Drohung heißt, dass solche Parteien ihre politischen Ziele zunehmend umsetzen können, weil sie damit drohen, nicht nur rückwärtsgewandte Politik zu machen, sondern gleich den gesamten Rahmen demokratischen Handelns zu zerstören. Alle sind dann so damit beschäftigt, demokratische Institutionen, Normen und Werte zu verteidigen, dass zukunftsorientierte Politik zu kurz kommt – und das Rückwärtsgewandte dominiert, ohne dass die entsprechenden Parteien tatsächlich an der Macht wären.“ Deshalb sei es wichtig, den Blick darauf zu richten, dass kluge Politik wirklich etwas bewirken könne – und wir alle gar nicht so „transformationsmüde“ seien, wie manche meinten.

 

Praxisnahe Konzepte mit Studierenden entwickeln

Wichtig sei dafür auch, wissenschaftlich fundierte Ansätze mit praxisnahen Konzepten zu verknüpfen. So ließen sich gute Regelungen für eine lebenswerte Zukunft finden und Menschen zum Mitmachen motivieren. Bezogen auf die Hochschule können mit Studierenden Projekte entwickelt werden, die dann auch von anderen übernommen werden können, um Veränderungen anzustoßen. „Da gibt es auch schon ein konkretes Projekt, das auf meinem Schreibtisch liegt und im neuen Semester angegangen wird“, so die Professorin.

In der anschließenden Diskussion mit dem Publikum lenkte sie den Fokus noch stärker auf gemeinsame Verantwortung, Mobilisierung und „Organising“ und verwies damit auch auf Professorin Dr. Angelina Göb, die sich in ihrer Antrittsvorlesung an der Fakultät für Soziale Arbeit im Wintersemester intensiv mit der Gemeinwesenarbeit auseinandersetzen wird. „Wir brauchen Leute, die zusammenkommen, damit aus einer Idee etwas Größeres werden kann. Wir alle haben nur begrenzt Ressourcen und diese gilt es, überlegt einzusetzen. Unsere beste Chance ist, gemeinsam Transformationen gut zu gestalten – für eine lebenswerte Zukunft für uns alle“, so der eindringliche Appell von Miriam Schader.

Nach dem offiziellen Teil der aktuellen Vorlesung nutzten die Gäste bei einem Empfang die Möglichkeit zum Austausch. Im Anschluss lud der Fachschaftsrat Soziale Arbeit zum Grillen ein und läutete so das Ende des Sommersemesters an der Fakultät ein.

Bewerbungsphase läuft bis zum 15. August

Wer sich für ein Studium der Sozialen Arbeit interessiert, kann sich noch bis zum 15. August für den Bachelorstudiengang Soziale Arbeit oder den Masterstudiengang Soziale Arbeit berufsbegleitend an der HAWK in Holzminden bewerben.