HAWK startet das Netzwerk für Nachhaltigkeit, Gesundheit und Ökologie
Teilnehmende aus Wissenschaft, Wirtschaft, Verbänden und Verwaltung kamen zusammen, um sich über aktuelle Forschungsthemen auszutauschen und neue Kooperationen für angewandte Forschungs- und Entwicklungsprojekte in Südniedersachsen zu entwickeln. Das Projekt „Eng4life“ stellt die Fortführung und strategische Erweiterung der bisherigen Forschungs-und-Entwicklungs-Partnerschaft „Plasma for Life“ dar.
Neues Netzwerk hat drei Themenfelder im Mittelpunkt
Mit „Eng4life“ will die HAWK zukünftig ein regionales Engineering-Netzwerk für angewandte Forschung, Entwicklung und Innovation aufbauen. Das Ziel besteht darin, den Wissens-, Technologie- und Innovationstransfer in die regionale Wirtschaft zu intensivieren und zu beschleunigen sowie insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen den Zugang zu wissenschaftlicher Expertise zu erleichtern.
Inhaltlich konzentriert sich „Eng4life“ auf die drei Bereiche Sustainability, Health und Ecology, basierend auf den drei anerkannten Forschungsschwerpunkten an der HAWK mit Engineering-Bezug: Laser- und Plasmatechnologien, Gesundheit/Medizintechnik/Digitalisierung sowie Green Engineering und Ökologie. Im Themenfeld Sustainability, also der Nachhaltigkeit, geht es unter anderem um zukunftsfähige industrielle Konzepte und Kreislaufwirtschaft. Gesundheit (Health) verbindet ingenieurwissenschaftliche Fragestellungen mit der regionalen Gesundheitswirtschaft, etwa in den Bereichen Medizintechnik und Life Sciences. Ecology umfasst ökologische, umweltfreundliche Technologien sowie ressourcenschonende Produktions- und Energieprozesse.
Partnerschaftssymposium verknüpft Forschung und regionale Wirtschaft in Südniedersachsen
Die Veranstaltung bot vier verschiedene Keynotes und acht thematische Breakout-Sessions mit über 34 Fachvorträgen, unter anderem zu Medizintechnik, Robotik, Plasma-Technologien, nachhaltiger Wärmeversorgung, industrieller Abwasserbehandlung, Wasseraufbereitung, Bioingenieurwesen und zur Lasermedizin. Es referierten Forschende der Universitätsmedizin Göttingen, der Technischen Universität Clausthal, der Tierärztlichen Hochschule Hannover sowie Vertretende regionaler Unternehmen und Institutionen. Es präsentierten sogar sieben Plasmaforscherinnen aus Ljubljana in Slowenien, Brünn in Tschechien sowie Trencin in der Slowakischen Republik aktuelle Forschungsergebnisse. Neben den Fachsessions war auch eine begleitende Fachausstellung kleinerer und mittlerer Unternehmen, sogenannten KMUs, Bestandteil des Programms. Die Firmen Aironity, Dikon, Lima-Photonics und Seid AS sowie BlueFlash Mobility Concepts, das „Formula Student“-Team der HAWK, stellten ihre aktuellen Produkte und Projekte vor.
Vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur, kurz MWK, besuchte der Referatsleiter für Naturwissenschaften, Dr. David Schnieders, das 12. Partnerschaftssymposium. Er lobte die Initiative der HAWK: „Aus ‚Plasma for Life‘ wird ‚Engineering for life‘. Und es rückt die Frage ins Zentrum, wie wir aus Forschung konkrete Wirkung entstehen lassen und wie aus Erkenntnissen neue Verfahren und Produkte werden. Aus zunächst 11 teilnehmenden Unternehmen ist heute ein Netzwerk von fast 60 Firmen geworden. Ich stelle fest: Das Partnerschaftssymposium hat sich mit heute rund 150 hier anwesenden Teilnehmenden als feste FuE-Partnervermittlungsplattform etabliert.“
Mit Schnieders freute sich Prof. Dr. Jörg Lahner, kommissarischer Präsident der HAWK, über die große Runde und erklärte: „Die Idee ist, das Erfolgskonzept ‚Plasma for life‘, das noch unser langjähriger HAWK-Vizepräsident für Forschung und Transfer, Prof. Dr. Wolfgang Viöl, initiiert hat, weiterzuentwickeln. Ich bin als sein Nachfolger sehr gerne darauf aufgesprungen, um hier weiter nach vorne zu gehen und nicht, um das Konzept zu ersetzen. So wollen wir „Eng4life“ zukünftig mit Leben füllen.“
Prof. Dr. Christoph Rußmann, Dekan Gesundheit an der HAWK-Fakultät Ingenieurwissenschaften und Gesundheit und der erste an einer deutschen HAW mit einem ERC Advanced Grant ausgezeichnete Wissenschaftler, zeigte sich beeindruckt, „Wir haben dieses Partnerschaftssymposium um das Thema Engineering erweitert, denn gerade im Bereich Medizin und Gesundheit kommt man an dem Thema nicht vorbei. Entscheidend sind nicht einzelne Technologien, sondern die Verbindung untereinander. Und genau hier liegt der Vorteil unserer HAWK und unserer Fakultät – wir bilden in den Ingenieurwissenschaften und den Gesundheitswissenschaften aus. Wir möchten dafür auch neue Unternehmen gründen, wovon nicht zuletzt auch der Wirtschaftsstandort Göttingen profitieren wird.“
Sebastian Illert, Vorstandsvorsitzender des Fördervereins der HAWK Göttingen e.V. (FFG), erklärte, wie der Verein Unternehmen bei der Vernetzung von Hochschule, Studierenden und Unternehmen unterstützen kann. Für Wirksamkeit und Innovation trage der Verein mit seiner Förderung an der Hochschule monetär und durch die Bereitstellung von Themen für Abschlussarbeiten in den Partnerschaftsunternehmen bei. Die Hochschule brauche aktive Praxispartner, um Studierende zu fördern und ihnen eine Perspektive in der Region zu bieten.
Teilnehmer Dr. Stephan Engel, Senior Product Manager New Energy, also für den Bereich erneuerbare Energien, vom Unternehmen 1Komma5° Commercial Solutions, war das erste Mal beim Symposium und zeigte sich begeistert von dem Veranstaltungsformat. Er hält es für wichtig, die Gründung von Start-ups in Göttingen zu unterstützen, wofür sich Fachhochschulen wie die HAWK mit ihrer praktischen Ausrichtung sehr wahrscheinlich besser eignen, als Universitäten.
Bestehende Partnerschaftsarbeit setzt sich in „Eng4life“ fort
Mit der Umbenennung von „Plasma for Life“ in „Eng4life“ erweitert sich die bisherige Partnerschaftsstruktur inhaltlich in Richtung Ingenieurwissenschaften, das jährliche Symposium und die bestehende Forschungs- und Entwicklungspartnerschaft laufen weiter. Der gemeinsame Austausch soll die Grundlage für einen Transfer für potentielle Projektideen in den Bereichen Sustainability, Health oder Ecology schaffen. Das Cluster-Management wird hier gemeinsam mit dem Regionalmanagement der Zukunftsregion bei der Suche nach geeigneten Technologie- und Forschungspartnern sowie bei der Entwicklung von Förderanträgen unterstützen.
Das Projekt läuft über drei Jahre: vom 1. August 2026 bis zum 31. Juli 2029. Die HAWK übernimmt die Gesamtleitung und stellt auch das Cluster-Management für das Netzwerk. Die Südniedersachsenstiftung (SNS) ist für den Praxistransfer und die Vernetzung mit den Unternehmen zuständig. Auch die Wirtschaftsförderungen der Landkreise Göttingen, Northeim, Goslar und Holzminden und weitere regionale Partner beteiligen sich kofinanzierend an dem Netzwerk. Für die Umsetzung des Projekts stehen im Rahmen der Zukunftsregion Südniedersachsen Mittel aus EU- und Landesprogrammen, darunter EFRE, zur Verfügung.