Das internationale Forschungsprojekt Legacies of Artists’ Studios: Sharing and archiving embodied knowledge for the conservation of technology-based artworks entwickelt Strategien zur Identifikation, Dokumentation und Weitergabe verschiedener Wissensformen, die für die Erhaltung und Präsentation technologiebasierter Kunstwerke von Bedeutung sind.
Wissen bewahren – Technologiebasierte Kunst für die Zukunft sichern
Künstlerateliers im Fokus
Im Mittelpunkt des Projekts stehen Künstlerateliers. Das letzte Jahrhundert hat einen tiefgreifenden Wandel in der Produktion von Kunstwerken erlebt. Insbesondere technologiebasierte Kunstwerke entstehen heute meist nicht mehr durch einzelne, isoliert arbeitende Künstler*innen, sondern sind das Ergebnis gemeinschaftlicher Prozesse in organisierten Studio-Umgebungen, die Unternehmen oder Designbüros ähneln. Diese Ateliers zeichnen sich durch interdisziplinäre Teams, spezialisierte Rollen und eine regelmäßige Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern aus. Solche Strukturen beeinflussen maßgeblich die Entstehung, Erhaltung und Weitergabe von Wissen rund um technologiebasierte Kunstwerke.
Verkörpertes Wissen
Künstlerateliers sind zentrale Orte für die Bewahrung des Wissens über die dort geschaffenen Werke. Neben physischen Dokumenten, Skizzen und anderen materiellen Spuren existieren hier auch schwer greifbare, implizite Wissensformen – insbesondere das sogenannte verkörperte Wissen, das „im Körper gespeichert“ ist und sich in den Handlungsabläufen und Routinen der am Entstehungsprozess beteiligten Personen manifestiert. Gerade dieses verkörperte Wissen ist essenziell für die Konservierung und zukünftige Präsentation technologiebasierter Kunstwerke. Im Rahmen des Projekts wird untersucht, wie diese verschiedenen Wissensarten sichtbar gemacht und an nachfolgende Generationen weitergegeben werden können.
Projektaktivitäten
Das Projekt begann 2024 mit dem internationalen Symposium „How Do You Do It?“ an der HAWK in Hildesheim, das den Fokus auf die Weitergabe von verkörpertem Wissen in der zeitgenössischen Kunst legte.
Bisher wurden zwei Fallstudien durchgeführt:
- Test-Installation eines interaktiven Werkes:
Im Mai 2025 fand eine Test-Installation des interaktiven Kunstwerks „Dove va tutta sta gente?“ (Wohin gehen all diese Leute?) des Mailänder Künstlerkollektivs Studio Azzurro statt. An der Umsetzung waren mehrere Projektpartner und externe Dienstleister beteiligt. Das Werk aus dem Jahr 2000 ist Teil der Sammlung des Museums Ostwall im Dortmunder U. - Analyse eines Künstlerateliers:
Das Atelier des Düsseldorfer Künstlers Mischa Kuball wurde im Rahmen einer Masterarbeit im Studiengang Konservierungs- und Restaurierungswissenschaft an der HAWK eingehend untersucht.
Eckdaten zum Projekt
Forschungseinrichtung der HAWK
Fakultät Bauen und Erhalten
Projektpartner*innen
- TH Köln | Cologne Institute of Conservation Sciences | Prof. Dr. Gunnar Heydenreich, Juliana Maier
- HAWK | Fakultät Bauen und Erhalten in Hildesheim | Prof. Dr. Tiziana Caianiello, Sandy Bruer
- Università Vita-Salute San Raffaele in Mailand | Prof. Dr. Francesca Pola
- Wüstenrot Stiftung in Ludwigsburg
- Museum Ostwall im Dortmunder U | Regina Selter, Nicole Grothe, Lisa Schiller
- Künstler:innenarchiv der Stiftung Kunstfonds in Puhlheim | Anna Wondrak
- Freiberufliche Restauratorinnen | Julia Giebeler (Köln), Mareike Opeña (New York)
Zeitraum
2024-2027
Ziel
Entwicklung von Strategien zur Identifikation, Dokumentation und Weitergabe verschiedener Wissensformen, die für die Erhaltung und Präsentation technologiebasierter Kunstwerke von Bedeutung sind.