Zukunft gestalten in Zeiten des Klimawandels
Der Klimawandel ist längst keine abstrakte Zukunftsprognose mehr, sondern prägt bereits heute unseren Alltag und unsere Umwelt auf vielfache, teils irreversible Weise. Die globale Erwärmung führt zu steigenden Durchschnittstemperaturen, schmelzenden Gletschern und einem kontinuierlich ansteigenden Meeresspiegel, der Küstenregionen und Lebensräume bedroht. Gleichzeitig nehmen extreme Wetterereignisse wie Dürren, Überschwemmungen, Stürme und Waldbrände an Häufigkeit und Intensität zu und machen deutlich, wie verletzlich bestehende ökologische und gesellschaftliche Systeme sind.
Besonders dramatisch zeigen sich die Folgen im fortschreitenden Verlust der biologischen Vielfalt: Lebensräume verschwinden, Arten sterben aus, komplexe ökologische Gleichgewichte geraten aus der Balance. Diese Entwicklungen stellen nicht nur ökologische, sondern auch soziale und wirtschaftliche Herausforderungen dar – und verlangen nach neuen, interdisziplinären Lösungsansätzen, die über klassische Denkmuster hinausgehen.
Zielsetzung im Kontext Design
Im Kurs "Climate Bots" unter der Leitung von Verw.-Prof. Julian Witte setzten sich die Studierenden intensiv mit den Ursachen und Dynamiken des Klimawandels auseinander. Nicht als rein theoretisches Problem, sondern als konkrete gestalterische Herausforderung, damit der Disziplin Design eine neue, erweiterte Rolle zukommt.
Ziel war es, Konzepte für robotische Systeme zu entwickeln, die aktiv zur Abschwächung oder Bewältigung klimabedingter Probleme beitragen können – sei es durch Unterstützung in der Landwirtschaft, im Umweltschutz, in der Datenerhebung oder in regenerativen Prozessen. Die Studierenden arbeiteten an der Schnittstelle von Produktdesign, Systemdenken und Verantwortung und erprobten, wie Gestaltung nicht nur reagiert, sondern proaktiv gestalten, lenken und verändern kann.
Coral Care ist eine Robotikeinheit zur Pflege von Korallenriffen
Coral Care ist eine Robotikeinheit zur Pflege von Korallenriffen
Paduro ist eine autonome Bewirtschaftungsplattform für nasse oder wiedervernässte Moorböden
Paduro ist eine autonome Bewirtschaftungsplattform für nasse oder wiedervernässte Moorböden
Zusammenarbeit, Engagement und Austausch
Ein Bestandteil des Kurses war die Kooperation mit der HAWK-Fakultät Ingenieurwissenschaften und Gesundheit in Göttingen und ihrem Forschungsschwerpunkt im Bereich Robotik. Durch diesen Austausch erhielten die Studierenden wertvolle Einblicke in aktuelle Forschungsprojekte und bestehende robotische Systeme, die bereits heute in der Forst- und Landwirtschaft eingesetzt werden oder kurz vor der Anwendung stehen.
Im Kurs Climate Bots setzten sich die Studierenden als konkrete gestalterische Herausforderung intensiv mit den Ursachen und Dynamiken des Klimawandels auseinander
Der Silva Scorpio ist ein Roboter zur Durchführung von Freischneidearbeiten auf Aufforstungsflächen