Projektverantwortliche
Prof. Dr. Lena Sophie Kaiser
Finanzierung
Stiftung
Projektkosten
27.229,88 €
Dauer
01.04.2020 bis 31.07.2024

QE- Kultur des Lernens

Das drittmittelgeförderte Projekt „QE – Kultur des Lernens“ befasste sich mit der Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung in Kindertageseinrichtungen. Es wurde unter der Gesamtleitung von Prof. Dr. Gerd E. Schäfer und Prof. Dr. Lena S. Kaiser durchgeführt. Die wissenschaftliche Begleitung übernahm Birgit Eder von der Pädagogischen Hochschule Tirol. An dem Projekt waren acht Konsultationskindertageseinrichtungen sowie rund 15 weitere Kindertageseinrichtungen beteiligt.

Ziel des Projektes

Ziel des Projekts war es, eine „Kultur des Lernens“ in der frühpädagogischen Praxis zu erproben, wissenschaftlich zu evaluieren und gemeinsam mit den beteiligten Einrichtungen weiterzuentwickeln. Qualitätsentwicklung wurde dabei nicht im Sinne einer standardisierten Leistungs- oder Ergebnismessung verstanden. Im Mittelpunkt stand vielmehr die prozessbegleitende Entwicklung pädagogischer und institutioneller Qualität.

Die fachliche Grundlage des Projekts bildeten ein partizipatorisches Bildungsverständnis, das biografische Modell des Erfahrungslernens sowie das Konzept des Wahrnehmenden Beobachtens (Schäfer & Alemzadeh 2012; Alemzadeh 2021). Pädagogische Fachkräfte werden dabei nicht als außerhalb der Situation stehende Beobachtende verstanden, sondern als Beteiligte an einem komplexen Beziehungs- und Interaktionsgeschehen. Die Wahrnehmung des eigenen Handelns, die Reflexion pädagogischer Situationen und der dialogische Austausch werden damit zu zentralen Elementen professioneller Qualitätsentwicklung.

Ausgangspunkt ist ein Verständnis von Lernen, nach dem Kinder Wissen nicht lediglich übernehmen, sondern sich ihre soziale, kulturelle und materielle Umwelt aktiv erschließen. Pädagogische Fachkräfte begleiten diese Prozesse, indem sie die Fragen und Perspektiven der Kinder wahrnehmen, gemeinsam mit ihnen weiterdenken und Bedingungen für forschendes und erfahrungsbezogenes Lernen schaffen. Lernen wird somit als gemeinsamer Prozess verstanden, in dem Kinder und Erwachsene Fragen entwickeln, Erfahrungen reflektieren und Antworten hervorbringen.

Das Projekt bezog neben den pädagogischen Fachkräften und Leitungen auch die jeweiligen Träger und institutionellen Rahmenbedingungen ein. Ziel war nicht die möglichst einheitliche Umsetzung eines vorgegebenen Konzepts, sondern die Entwicklung tragfähiger Strukturen für eine lernende Institution. Das Konzept der „Kultur des Lernens“ diente dabei als Orientierungsrahmen für eine dialogische, partizipative und reflexive Weiterentwicklung der pädagogischen Praxis.

Publikation

Schäfer, Gerd E.; Kaiser, Lena S. (2019). Die Brücke zum Verständnis. Über die Bedeutung der Biographiearbeit. In: TPS. Leben, Lernen und Arbeiten in der Kita, Ausgabe 11|2019, Stuttgart: Klett Kita Fachverlage. S. 4-7.

Kaiser, Lena S.; Schäfer, Gerd E. (2016). Gemeinsam fragen und Antworten finden. Lern-werkstätten – was sie sind und wer dort lernt, 2016 (2), Freiburg: Entdeckungskiste Verlag Herder, S. 6-9.